Wie Sie Ihren Hund ans Autofahren gewöhnen

Angst nehmen und Übelkeit lindern: So helfen Sie Ihrem Hund,

das Autofahren lieben zu lernen

Sobald der Motor aufheult, jault auch Ihr Hund? Jede Fahrt mit dem Auto endet damit, dass er einmal seinen Mageninhalt entleert? Es gibt unterschiedliche Gründe dafür, warum es Ihrem Hund so geht – und eine ganze Reihe von Lösungen, die Ihnen helfen können, Ihren Hund ans Autofahren zu gewöhnen.

Früh übt sich: Gewöhnen Sie schon Welpen ans Auto

Idealerweise ist der Züchter bereits mit Ihrem Welpen Auto gefahren. Wenn die Welpen in den ersten drei Monaten und gemeinsam mit der Mutter das Autofahren kennenlernen, haben sie häufig später weniger Probleme damit. Fragen Sie Ihren Züchter, bevor Sie Ihren Welpen abholen, ob er das Autofahren schon geübt hat. Wenn nicht, sollten Sie für die erste Fahrt unbedingt Vorkehrungen treffen und sich Zeit nehmen, damit Ihr Welpe seine erste Auto-Erfahrung positiv erlebt. Aber auch, wenn Ihr Hund schon etwas älter ist und noch an das Autofahren gewöhnt werden muss: Es ist nie zu spät! Erkennen Sie als Erstes das Problem: Plagt Ihren Hund Übelkeit während der Fahrt, oder mag er erst gar nicht mit einsteigen? Jault er kontinuierlich, sobald er im Auto ist? Mit etwas Übung und Geduld lässt sich das Autofahren ganz einfach antrainieren.

Die Angst nehmen: Den Hund langsam an das Auto gewöhnen

Wenn Ihr Hund während der Fahrt jault oder sich weigert, das Auto überhaupt zu betreten, hat er wahrscheinlich Angst vor dem Autofahren. Dies kann mit schlechten Erlebnissen zusammenhängen, die er in der Vergangenheit damit gemacht hat, wie der Trennung von der Mutter als Welpe oder Fahrten zum Tierarzt. Oder es kann schlicht daran liegen, dass er das Autofahren nicht gewohnt ist und es somit eine bedrohliche Situation für ihn darstellt. Gewöhnen Sie Ihren Hund schrittweise und mit Geduld an das Auto.


Schaffen Sie eine vertraute Umgebung für Ihren Hund, ob mit Lieblingsspielzeug, Decke, Hundebox oder bekannter Musik

 

So gewöhnen Sie Ihren Hund Schritt für Schritt ans Autofahren:

1. Schritt: Nähern Sie sich langsam dem Auto

Lassen Sie Ihren Hund im ersten Schritt mit dem Auto in Kontakt kommen. Dazu lassen Sie die Kofferraumklappe mit der Decke oder der Hundebox darin offen stehen, sodass Ihr Hund langsam alles in Augenschein nehmen und beschnuppern kann. Vielleicht legt er sich auch schon hinein – dann belohnen Sie ihn gern mit einem Kauknochen und lassen ihn dort so viel Zeit wie möglich verbringen!

2. Schritt: Üben Sie das Ein- und Aussteigen ins Auto mit dem Hund

Sofern Ihr Hund nicht schon von selbst auf seinen Platz gesprungen ist: Üben Sie das Ein- und Aussteigen mit ihm. Wenn Ihr Hund nicht mitmacht, probieren Sie es, indem Sie Leckerlis auf seinen Platz im Auto legen. Ihr Hund sollte das Kommando lernen, damit er nicht voreilig und von allein herausspringt, sobald sich die Kofferraumklappe öffnet. Besonders an einer Straße oder auf einem Parkplatz kann dies nämlich gefährlich werden.

3. Schritt: Gewöhnen Sie den Hund an Motorgeräusche und den geschlossenen Raum

Hat Ihr Hund sich an seinen Platz im Auto gewöhnt, können Sie langsam beginnen, auch mal die Kofferraumklappe zu schließen und den Motor zu starten. Gehen Sie dabei langsam vor und beobachten Sie, wie Ihr Hund reagiert. Belohnen Sie seine Ruhe überschwänglich und mit Leckerlis! Das Ziel der Übung ist, dass er das Motorengeräusch und das Wageninnere mit etwas Gutem verbindet.

4. Schritt: Fahren Sie zunächst kurze Strecken zu schönen Orten

Nun geht es ans Fahren: Beginnen Sie mit Strecken, die eine Fahrtdauer von wenigen Minuten haben – und idealerweise an einen schönen Ort führen, an dem Sie Ihren Hund aussteigen lassen. Wenn es nichts in der Nähe gibt, geben Sie ihm sein liebstes Spielzeug direkt nach dem Aussteigen. So verbindet er das Autofahren mit einem lohnenswerten Ziel.

5. Schritt: Beruhigen Sie den Hund, statt ihn zu belohnen, wenn er jault

Sollte Ihr Hund beim Autofahren jaulen, trösten Sie ihn nicht überschwänglich, so schwer es Ihnen auch fallen mag. Denn dies bedeutet für den Hund, dass tatsächlich etwas Schlimmes passiert, über das es sich zu jaulen lohnt. Sprechen Sie stattdessen in ruhiger Tonlage mit dem Hund. Wenn Sie positive Sätze formulieren, werden Sie automatisch beruhigend klingen. Erklären Sie beispielsweise ganz freundlich, was gerade passiert. Es kann Ihren Hund auch beruhigen, wenn Sie oder ein Mitfahrer sich in seine Nähe setzen.

 

Sicherheit im Wagen

Ihr Hund braucht im Auto unbedingt einen gesicherten Platz. Hier eignen sich eine Hundebox, ein Hundegitter oder ein Anschnallgurt – je nach Platz, Ihren Vorlieben und den Bedürfnissen Ihres Hundes. Sie sind sogar verpflichtet, Ihren Hund zu „sichern“, da er verkehrsrechtlich als Ladung gilt. Und eine Vollbremsung kann sowohl für Sie als auch Ihren Hund sehr unangenehm oder sogar gefährlich werden.

Übelkeit: Üben Sie das Autofahren und lindern Sie Symptome

Leidet Ihr Hund unter Übelkeit während der Fahrt, kann dies an der ungewohnten und neuen Situation liegen. Die Angst schlägt ihm schlicht auf den Magen. Besonders junge Hunde leiden unter Reiseübelkeit, da ihr Gleichgewichtsorgan im Ohr noch nicht vollständig entwickelt ist. Sobald die Welpen beim Bremsen, Beschleunigen oder Abbiegen plötzlich ihre Lage verändern, reagiert der Hund deshalb mit Schwindel. Übung macht auch hier den Meister! Was Ihrem Hund in der Gewöhnungszeit ans Auto gegen die Übelkeit helfen kann, sind viel frische Luft während der Fahrt, der Verzicht auf Futter zwei Stunden vor Fahrtbeginn – und auch während der Fahrt. Probieren Sie einen anderen Platz für Ihren Hund im Auto aus, und experimentieren Sie mit Lüftung und Heizung, bis es ihm besser geht. Junge Hunde sollten nach Möglichkeit keinen Fensterplatz bekommen. Außerdem können bekannte Musik oder Gerüche beruhigend auf Ihren Hund wirken. Die Gründe für die Übelkeit sind vielfältig, und auch die Lösung muss individuell auf Ihren Hund passen. Finden Sie heraus, was genau Ihrem Hund hilft.


In der Eingewöhnungsphase sollten Sie unbedingt auf (ab-)waschbare Unterlagen achten, damit im Fall der Fälle nicht die Polster oder der Kofferraum ruiniert sind.

Wenn es sich auch nach geduldigem Training nicht bessert, leidet Ihr Hund eventuell unter Reiseübelkeit. Wie auch bei Menschen liegt dies an einem Zusammenspiel zwischen empfindlichem Magen sowie der Irritation, die im Gehirn entstehen kann, wenn wir zwar Bewegung wahrnehmen, aber unser Körper selbst nicht aktiv in Bewegung ist. In diesem Falle sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen, der Ihrem Hund Medikamente gegen Übelkeit verschreiben kann.


Lassen Sie Ihren Hund im Sommer nicht im Auto – es wird auch bei niedrigen Temperaturen schnell heiß und es besteht Überhitzungsgefahr!

Hund und Auto: Was Sie generell beachten sollten

Sie haben Ihren Hund erfolgreich ans Fahren im Auto gewöhnt? Prima! Ein paar Dinge sollte jeder Hundebesitzer beachten, der vorhat, eine Spritztour zu unternehmen. Neben der ausreichenden Sicherung des Hundes, die die Sicherheit sowohl für ihn als auch für Sie gewährleistet, sollten Sie einige weitere Punkte beachten:

  • Achten Sie bei einer längeren Fahrt auf ausreichende Pausen, damit Ihr Hund sich etwas bewegen kann (und Sie vielleicht auch).
  • Stellen Sie Ihrem Hund etwas Wasser ins Auto – hierfür gibt es spezielle Näpfe, damit das Wasser nicht überschwappt.
  • Geben Sie Ihrem Hund einen Kauknochen oder eine andere Beschäftigung für längere Fahrten: Das hilft gegen die Langeweile und er wird sich zukünftig auf lange Fahrten freuen.
  • Lassen Sie Ihren Hund immer nur kurz allein im Wagen, beispielsweise, während Sie einkaufen sind – und im Sommer generell nicht, um ihn vor Hitze zu schützen.

Ist Ihr Hund einmal an das Autofahren gewöhnt, wird vieles einfacher: Der nächste Urlaub kann statt in der Hundepension mit Ihnen gemeinsam stattfinden! Viele Hunde fahren, erst mal geübt und mit Fensterplatz bedacht, sehr gern Auto – und beobachten neugierig, was draußen passiert. Viel Spaß unterwegs!

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