7 Tipps, wie Sie Ihren Hund alleine lassen können

So bleibt Ihr Hund entspannt allein zu Haus – ohne zu bellen

Das Zusammenleben mit Ihrem Hund klappt prima – doch kaum ist er allein im Haus, bellt er die ganze Nachbarschaft zusammen, zerkaut Ihre Schuhe und ist danach ganz zerknirscht? Das kann ein schlechtes Gewissen bereiten und an den Nerven zerren. Wir haben sieben Tipps für Sie, wie Sie Ihren Hund an das Alleinsein gewöhnen.

Einkaufen, zum Arzt gehen, beruflich eingespannt: Manchmal kann, darf oder möchte man den Hund nicht mitnehmen. Damit es kein Problem wird, sollten Sie das Alleinlassen mit Ihrem Hund üben. Denn Hunde sind Rudeltiere und mögen es nicht allein zu sein – es ist anfänglich sehr beunruhigend für sie. Für Hunde ist es deshalb eine anspruchsvolle Aufgabe, das Alleinsein zu üben und Sie brauchen Geduld und Nachsicht. Mit den folgenden Tipps klappt es leichter:

1. Nehmen Sie sich Zeit, den Hund ans Alleinsein zu gewöhnen 

Zeit spielt eine große Rolle, wenn Sie Ihrem Hund beibringen wollen, entspannt allein zu Hause zu bleiben. Fangen Sie möglichst früh an, Ihren Hund daran zu gewöhnen. Kommt Ihr Hund als Welpe in Ihren Haushalt, beginnen Sie gleich mit dem Training. Nehmen Sie sich hierfür idealerweise zwei bis vier Wochen Urlaub – Ihr neuer Welpe wird nicht damit zurechtkommen, wenn er Freitag einzieht und Sie Montag schon wieder zur Arbeit gehen. Wenn Sie sich nicht so viel Zeit nehmen können, fragen Sie jemanden, der in der Zeit auf den neuen Mitbewohner aufpassen kann. Erste Trainingseinheiten können sein, den Hund kurz allein im Zimmer zu lassen und die Zimmertür zu schließen. Wenn dies problemlos funktioniert, können Sie Ihre Jacke und Schuhe anziehen und für ein paar Sekunden die Wohnung verlassen. Kommen Sie gleich wieder, hatte Ihr Hund kaum Zeit, Stress zu entwickeln. Wiederholen Sie dies immer wieder und dehnen Sie die Zeiten langsam aus, bis Sie auch mal einen kleinen Spaziergang unternehmen können. Beobachten Sie, wie es dem Hund damit geht, und gehen Sie entspannt und mit Ruhe vor.

Lassen Sie Ihren Hund nach Möglichkeit nicht lange allein

Generell sollten Sie Ihren Hund nicht länger als vier bis sechs Stunden am Stück allein lassen, und dies auch nur ein- bis zweimal die Woche – und nicht täglich. Wer schon weiß, dass er jeden Tag viele Stunden unterwegs sein wird, könnte sich nach einem Hundesitter umsehen, der zwischendurch mit ihm spazieren geht oder der den Hund tagsüber zu sich nimmt. Für Berufstätige gibt es die Möglichkeit des dogsharings: Man teilt sich mit einer zweiten Partei den Hund. So muss er nicht den Tag über allein bleiben und man kann sich die Zeiten aufteilen.

2. Kommen und gehen Sie unaufgeregt 

Beim Verlassen des Hauses ist es hilfreich, großes Abschiednehmen zu vermeiden und sich ganz selbstverständlich zu verhalten. Genauso, wenn Sie wieder nach Hause kommen. Am einfachsten ist es, Ihren Hund zu ignorieren. Ziehen Sie in Ruhe die Schuhe aus und räumen Sie Ihre Einkäufe weg – und begrüßen Sie ihn erst dann. So signalisieren Sie dem Hund: Dies ist eine völlig normale Situation, es passiert nichts Dramatisches. Bei einem wortreichen Abschied oder einem großen Hallo markieren Sie dagegen Punkte, die dem Hund sagen: Irgendwas ist los.

Ist Ihr Hund bei Ihrem Wiederkommen extrem aufgeregt, entspringt dies eher einem Gefühl der Angst vorher und der Erleichterung darüber, dass Sie wieder da sind – als der puren Freude. Wenn Ihr Hund Ihre Rückkehr dagegen nur mit einem Kopfheben quittiert, bedeutet dies, dass er sich in den vorangegangenen Stunden keine Sorgen gemacht hat – weil er darauf vertraut, dass Sie zurückkommen werden.

Trainieren Sie einen ausgewachsenen Hund wie einen Welpen

Hat Ihr bereits ausgewachsener Hund Schwierigkeiten mit dem Alleinsein, gehen Sie vor wie bei einem Welpen (siehe Punkt 1 ) und beginnen Sie gegebenenfalls mit noch kürzeren Intervallen – und kommen Sie auf jeden Fall wieder, bevor der Hund zu bellen anfängt. Ziehen Sie trotzdem die Schuhe und Jacke an, damit Ihr Hund das Signal versteht.

3. Beachten Sie das Bellen nicht, wenn Sie den Hund allein lassen

Sie verlassen das Haus, aber sobald die Tür ins Schloss fällt, jault und bellt Ihr Hund. Eine bekannte Situation? Dann gehen Sie erst zurück, wenn der Hund mit dem Bellen aufgehört hat. Besonders in der Übungsphase kann das schon mal dauern. Passen Sie den Moment ab, in dem er eine Pause einlegt, und kommen Sie ganz selbstverständlich und ohne Belohnung wieder herein. Sie signalisieren Ihrem Hund damit: Alles ist gut, ich komme wieder, und es ist keine große Sache. Auf diese Weise vermeiden Sie es, das Bellen und Jaulen Ihres Hundes zu belohnen. So verbindet er sein Bellen nicht mit Ihrem Erscheinen.

Die gleiche Technik können Sie auch schon ganz am Anfang des Trainings anwenden. Sie verlassen nur kurz das Zimmer, und Ihr Welpe kratzt und jault hinter der Tür? Dann warten Sie kurz ab, bis er ruhig ist, und kommen Sie dann ganz natürlich wieder herein. So lernt Ihr Hund, dass er nicht bellen muss, da Sie sowieso wiederkommen werden. Damit stärken Sie das Vertrauen Ihres Hundes.

Beobachten Sie, wie Ihr Hund auf das Alleinsein reagiert

Manche Hunde leiden auch im Stillen: Bemerken Sie, dass Ihr Hund Sie keine Sekunde aus den Augen lässt, wenn Sie zu Hause sind, und sich gar nicht entspannen kann, könnte dies auch ein Hinweis darauf sein, dass er sich vor Ihrem Verschwinden fürchtet. Üben Sie mit ihm und zeigen Sie, dass Sie immer wieder kommen – und vorübergehendes Alleinsein kein Grund ist, Angst zu haben.

4. Spazieren gehen und auspowern

Bevor Sie Ihren Hund für mehrere Stunden allein lassen, ist es ratsam, einen ausgiebigen Spaziergang mit ihm zu machen. Viele Hunde schlafen, wenn sie allein zu Hause sind, und Ihr Hund schläft schneller und besser, wenn er vorher einmal richtig ausgepowert ist. Auch kommt er, wenn er müde ist, nicht so schnell auf dumme Ideen, wie die Blumen oder den Teppich anzuknabbern – einfach, weil die Energie fehlt. Darüber hinaus muss ein Hund dringend Gassi geführt werden, um seine Notdurft zu verrichten, denn dies wird er niemals in Ihrem (und seinem) Wohnort verrichten wollen – und sollen! 

5. Beschäftigen Sie Ihren Hund während des Alleinseins mit Spielen 

Hunde sind nicht nur aus Angst unruhig, wenn sie allein zu Hause sind, sondern auch aus Langeweile. Geben Sie Ihrem Hund eine Beschäftigung für die Zeit, in der er allein zu Haus ist. Ablenkung schaffen hier Spiele wie ein mit Leckerlis gefülltes Hundespielzeug, bei dem der Hund durch Schütteln, Festhalten oder Geschicklichkeit das Essen herausbefördern muss – beispielsweise ein Kong. Manchen Hunden macht dies viel Spaß! Alternativ können Sie auch Leckerlis im Haus verstecken und daraus ein kleines Ritual machen, um ihn zu beschäftigen. Vorsicht jedoch bei Kauknochen, denn daran könnte sich Ihr Hund verschlucken!

6. Schaffen Sie eine räumliche Begrenzung, wenn Ihr Hund allein ist

Manchmal kann es einem Hund das Alleinsein erleichtern, wenn man den Raum, in dem er sich aufhält, etwas begrenzt. Im Gegensatz zum Alleinsein in der gesamten Wohnung oder dem Haus fühlt er sich dann weniger verloren. Sie haben eine große Küche oder ein Wohnzimmer, in dem sich der Hund wohlfühlt und ausreichend Platz hat, oder eine Etage, auf der er sich besonders gern aufhält? Suchen Sie einen Ort aus, der sich eignet, und beschränken Sie den Bewegungsspielraum Ihres Hundes darauf. Dies kann auch hilfreich sein, wenn Ihr Hund dazu neigt, in Ihrer Abwesenheit Dinge anzuknabbern oder durcheinanderzubringen: Sie müssen weniger wegräumen und können leichter überblicken, ob sich etwas Gefährliches in Reichweite Ihres Hundes befindet.

7. Vertrauen Sie auf Ihren Hund 

Sie sind unterwegs und in der Zwischenzeit hat Ihr Hund die Küchentücher angeknabbert oder den Lippenstift gegessen? Besonders bei jungen Hunden ist das ein Problem: Aus Langeweile fangen sie an die Wohnung auseinanderzunehmen. Die gute Nachricht ist: Fast alle Hunden lernen von selbst und durch das Training im Alltag mit Ihnen, was sie tun und was sie lieber lassen sollten. Ihr Hund wird Teil Ihrer Familie, muss lernen, was wichtig und richtig ist – und das braucht Zeit. Generell sind Hunde extrem kooperative Lebewesen, die Teil Ihres Rudels sein wollen. Haben Sie Vertrauen, bleiben Sie geduldig und nehmen Sie sich die Zeit, die es braucht. Und wenn Sie das Gefühl haben, Sie sind überfordert: Zögern Sie nicht, sich Hilfe zu holen!

Mit Geduld und Nachsicht gewöhnen Sie Ihren Hund so langfristig an das Alleinsein zu Hause. Schauen Sie, was Sie und Ihr Hund brauchen und welche Tipps für Ihren Hund funktionieren, denn diese Vorlieben können mitunter so unterschiedlich sein wie die Charaktere unter Hunden. So gelingt das entspannte Zusammenleben!

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