Wenn der Hund stirbt

Was zu tun ist und wie Sie die Trauer bewältigen

Was den Tod eines Haustieres besonders schwierig macht, ist nicht nur, dass ein Lebewesen, mit dem man seinen Alltag teilte, plötzlich nicht mehr da ist. Besonders schwierig wird es durch das Unverständnis der Umgebung. Insbesondere, wenn die Menschen, mit denen man spricht, selbst nicht mit einem Tier zusammenleben oder je zusammengelebt haben. Diese besondere Bindung ist schwer nachvollziehbar, wenn man sie nicht selbst kannte. Und was passiert nun, wo dieses Wesen nicht mehr da ist? Wie geht es weiter?

Wenn der Hund stirbt – das Wichtigste zuerst

Vielleicht gab es schon Anzeichen oder eine lange Krankheit, die dem Tod Ihres Hundes vorausgegangen sind. Vielleicht kam es aber auch plötzlich und unerwartet. Was sicher ist: Es entsteht eine Leere im Alltag. Dort, wo die ausgedehnten Spaziergänge waren oder der Platz unter dem Tisch, an dem Ihr Hund am liebsten lag. Dieses Fehlen zu spüren ist schwierig und erzeugt eine Trauer, die von der Außenwelt manchmal nur schwer nachvollzogen wird. Lassen Sie sich davon nicht irritieren und geben Sie sich den Raum zum Trauern, den Sie persönlich brauchen.

  1. Geben Sie sich die Zeit zum Trauern, die Sie brauchen. So lang oder so kurz dies sein mag. Machen Sie sich keinen Druck.
  2. Trauern Sie auf Ihre Weise: Wenn Sie Tränen spüren, lassen Sie diese zu.
  3. Lassen Sie sich nicht in Ihren Gefühlen von anderen Meinungen irritieren („Das ist doch nur ein Tier”). Vertrauen Sie auf Ihr Gefühl. Denn nur Sie wissen, wie sich diese Situation anfühlt.

Mein Hund ist todkrank – was soll ich tun?

Die wenigsten Hunde sterben einfach an Altersschwäche zu Hause an ihrem liebsten Ort. Häufig geht dem eine Krankheit oder ein Leiden  voraus – und häufig muss der Besitzer des Tieres eingreifen, um ein unnötiges Leiden zu vermeiden. Dieser Schritt, das Einschläfern-Lassen eines Tieres, ist kein leichter. Doch behalten Sie im Kopf: Es ist ein schwieriger Schritt für Sie, doch für Ihr Tier bedeutet er das Lindern seines Leidens. Sie nehmen den Schmerz in diesem Moment auf sich, um Ihren Hund vor diesem zu bewahren. 

  1. Sprechen Sie mit einem Tierarzt, wenn Sie den Eindruck bekommen, dass Ihr Hund zu sehr leidet. Dieser kann Sie beraten und auch ehrliche Einschätzungen geben, ob Sie Ihrem Hund vielleicht noch anders helfen können, bevor Sie diesen Schritt gehen.
  2. Holen Sie sich eine Vertrauensperson hinzu, die Sie und Ihren Hund begleitet und unterstützt.
  3. Sollte es so weit sein: Bewahren Sie Ruhe. Ihr Hund wird dies spüren und es wird die Situation für ihn einfacher machen. Einschläfern heißt, wie der Name es schon andeutet, dass Ihr Hund einschläft und das Eintreten des Todes nicht merkt. Einschläfern erfolgt durch eine Überdosis eines Narkotikums.

Nachdem Ihr Hund gestorben ist, kommt die Zeit zum Handeln: woran Sie jetzt denken müssen

In der Trauer und dem Schock, den so nur der Tod auslösen kann, müssen Sie dennoch einige Dinge tun. Dies kann anstrengend sein, doch müssen diese Dinge recht bald geschehen. Sie müssen entscheiden, ob ihr Hund begraben oder eingeäschert werden oder beim Tierarzt bleiben soll.

  1. In einigen Bundesländern dürfen Sie Ihren Hund im eigenen Garten begraben, solange dieser nicht in einem Natur- oder Wasserschutzgebiet liegt oder dicht daran angrenzt. Das Grab muss sich mindestens in einer Tiefe von einem halben Meter befinden und darf nicht direkt an der Grundstücksgrenze liegen.
  2. Alternativ können Sie ihn auf einem Tierfriedhof begraben lassen.
  3. In einem Krematorium kann Ihr Hund eingeäschert werden. Dies geschieht entweder in einer Sammeleinäscherung oder einzeln. Sofern es eine Einzeleinäscherung ist, dürfen Sie die Asche Ihres Hundes mit nach Hause nehmen.

Eine Leere entsteht – die Trauer zulassen

Wenn Sie sich um all diese Dinge gekümmert haben, wird sich vielleicht die Trauer noch einmal anders auftun – der erste Schock ist vorbei und die Leere wird spürbar. Hier ist es wichtig, aktive Trauerarbeit zu leisten. Tun Sie sich mit anderen zusammen, die vielleicht eine ähnliche Erfahrung machen oder gemacht haben. Besonders wenn es wenig Verständnis in Ihrem Umfeld gibt, kann Ihnen dies eine Stütze sein. Auch Erinnerungen, aktiviert durch ein Grab oder ein Fotoalbum, das Sie anlegen, können bei dieser aktiven Arbeit mit der Trauer helfen. Gehen Sie viel raus, bleiben Sie in Kontakt, lassen Sie die Trauer zu. Gedenken und Erinnern schmerzt, hilft aber, diese Trauer nach und nach zu überwinden.

Nach vorn blicken und Neues wagen

Auch, wenn es sich in Ihrer Situation erst mal komisch anhören mag: Ein neuer Hund tut vielen Menschen gut. Nachdem man sich genug Zeit zum Trauern und Verarbeiten gegeben hat, kann ein neuer Hund neue Energie geben. Damit ist nicht gemeint, den alten Hund zu ersetzen. Es geht eher darum, einen wichtigen Posten im Leben wieder zu besetzen. Mit einem neuen Freund, der den Alltag teilt. Und einen neuen Freund zu finden heißt nicht, den alten zu vergessen: Freunde kann und sollte es viele geben. Wenn Sie sich bereit fühlen, könnte dies ein neues Abenteuer bedeuten – mit einem neuen Partner an Ihrer Seite.

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