Berufe mit Hunden im Portrait

Als Hundetrainer, Tierarzt oder Hundefriseur arbeiten?

Sind Sie oder Ihre sehr tierliebenden Kinder, Neffen oder Nichten auf der Suche nach einem Beruf, bei dem man mit Hunden arbeitet? Oder möchten Sie in die Selbstständigkeit gehen oder neben ihrem Hauptjob noch was anderes machen? In diesem Artikel haben wir uns vier Berufe mit Hunden genauer angeschaut. Was sind die Voraussetzungen, wie schaut der Arbeitsplatz aus – und wann ist dafür ein Studium nötig?

Hundetrainerin: Ein Beruf mit Hunden für Menschen mit Geduld und Ausdauer

Was macht eine Hundetrainerin genau?

Eine Hundetrainerin steht in erster Linie Hundebesitzern beratend zur Seite, sei es bei der Anschaffung oder der Erziehung des Hundes. Zudem bietet sie Hundesport-Kurse wie Agility, Obedience oder Mantrailing an. Im Einzel- oder Gruppenunterricht lehrt sie sowohl Hunde als auch Besitzer den richtigen Umgang miteinander und übt verschiedene Verhaltensweisen und Kommandos für den Alltag. Weitere Aufgaben einer Hundetrainerin können zum Beispiel die Durchführung von Seminaren und die Ausbildung anderer Hundetrainer sein. Abgesehen von Hunden in privater Haltung brauchen auch Hunde in Tierheimen und anderen Einrichtungen Erziehung – auch hier ist die Hundetrainerin tätig.

Was sind die Voraussetzungen für die Arbeit als Hundetrainer?

Beim Hundetrainer handelt es sich nicht um einen geschützten Beruf und es gibt keine geregelte Ausbildung.

Tipp für Hundebesitzer: Achten Sie deshalb, falls Sie einen Hundetrainer in Anspruch nehmen, auf die Zertifizierung. 

Als Hundetrainerin brauchen Sie zudem ein gutes Gespür und Erfahrung mit Hunden sowie soziale Kompetenz im Umgang mit Menschen. Denn Sie arbeiten genauso mit den Hundebesitzern wie mit den Hunden zusammen.

Seit 2013 müssen Hundetrainer/innen eine Prüfung ablegen

„Mit der Änderung des Tierschutzgesetzes am 04. Juli 2013 werden Hundetrainer/innen in die Pflicht genommen. Seit dem 1. August 2014 müssen Personen, die gewerbsmäßig für Dritte Hunde ausbilden oder die Ausbildung durch den Tierhalter anleiten, eine Erlaubnis besitzen. Diese Erlaubnis wird durch die zuständige Behörde ausgestellt, wenn die entsprechenden Voraussetzungen (erforderliche Sachkundebescheinigung sowie Zuverlässigkeit durch die Vorlage eines amtlichen Führungszeugnisses) und ein entsprechender schriftlicher Antrag vorliegen.“ – Tierschutz und Veterinärdienst im Bezug auf das Tierschutzgesetz § 11

Wie bekommen Sie die „Erteilung einer Erlaubnis nach § 11 Tierschutzgesetz“?

Zuerst müssen Sie einen Antrag auf „Erteilung einer Erlaubnis nach § 11 Tierschutzgesetz“ stellen und sich beim zuständigen Veterinäramt anmelden. Dann bekommen Sie einen Termin für Ihre Prüfung. Diese besteht aus drei Teilen: 

  1. Dem D.O.Q. Pro Test (Dog-Owners-Qualification). Dies ist ein schriftlicher Test, welchen Sie im Veterinäramt ablegen müssen. 
  2. Einer mündlichen Prüfung.
  3. Und einer praktischen Prüfung. 

Es werden Themen wie zum Beispiel die Anatomie des Hundes, Aufzucht und Haltung, Ausbildung, Training, Lernverhalten und Tierschutz behandelt.

Mit dem Beruf des Hundetrainers geht in den meisten Fällen einher, dass Sie selbstständig tätig sind. Manche Hundetrainer bilden sich zudem in anderen Richtungen fort und bieten zum Beispiel Ernährungsberatung für Hunde oder Seminare und Kurse an. Dieser Beruf mit Hund eignet sich auch hervorragend als Nebenjob.

Très chic! – der Hundefriseur: Ein Beruf mit Hunden für Menschen mit handwerklichem Geschick

Als Hundefriseur sorgen Sie zum einen für eine fachgerechte Fell-, Haut- und Krallenpflege. Zum anderen stellen Sie durch Scheren und Trimmen die rassetypischen Erscheinungsmerkmale heraus. Der Umgang mit Menschen gehört ebenso zum Job. Denn Sie haben natürlich Kontakt zu den Hundebesitzern und sollten aufgeschlossen und sympathisch sein. Zudem ist ein ruhiges Gemüt und viel Geduld sehr wichtig. Manche Hunde sind ängstlich oder scheu und mögen es nicht einshampooniert zu werden. In diesem Fall sollten Sie in der Lage sein, den Hund zu beruhigen und ihm Sicherheit zu geben.


Waschen, föhnen, schneiden! – in dieser Reihenfolge.

Eine Ausbildung zum Hundefriseur – oder auch Groomer (groom ist der englische Begriff für Pflegen) genannt – ist staatlich nicht anerkannt und findet deshalb nur privat statt.

Fragen Sie bezüglich einer Ausbildung in einem Hundesalon nach. Für die nötigen Fachkenntnisse bilden Sie sich mit Fachlektüre, bei einem Züchter oder in privaten Ausbildungsstätten weiter. Um den Beruf des Hundefriseurs auszuüben, brauchen Sie vor allem Fachwissen über Trimm- und Scherkunde, Gesundheitslehre, Hundeanatomie, Rassenkunde, Pflegemittel und Schermaschinen. 

Hundefriseure haben in den meisten Fällen einen eigenen Salon und sind selbstständig. Doch gibt es auch Hundefriseure, die in Tierarztpraxen, Hundepensionen und Tierheimen angestellt sind.

Groomer-Wettbewerbe gehören derzeit zu den angesagtesten Events in der Hundefriseur-Szene 

Mehr als verständlich, denn der Gewinn einer Medaille ist sehr gutes Marketing. Vor allem locken die großen Veranstaltungen wie die „Intergroom“ Hundefriseure aus der ganzen Welt an. Dort schauen Sie den Besten beim Frisieren über die Schulter und können dabei so einiges lernen. Neben den Leistungsvergleichen werden außerdem zahlreiche Groomer-Seminare angeboten und Sie können sich mit modernsten Hundefriseur-Werkzeugen und Pflegemitteln eindecken. Auch in Deutschland wächst die Berufsgruppe, es gibt tatsächlich eine Nationalmannschaft!

 

Tierpfleger mit Fachrichtung Tierheim- und Pensionstierpflege: Ein Beruf mit Hunden für Menschen, die sich gerne kümmern

Ihnen liegt das Wohl von Hunden besonders am Herzen und Sie möchten Hunden, denen es im Leben nicht so gut ergangen ist, helfen? Dann ist der Beruf des Tierpflegers genau das Richtige! Der Tierpfleger dieses Fachbereiches ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf und die Ausbildung dauert drei Jahre. Der Beruf wird dual in Betrieb und Berufsschule ausgebildet und das Aufgabengebiet umfasst im Allgemeinen Grundkenntnisse der Anatomie von Tieren sowie die Pflege, Betreuung, Haltung und Ernährung von vor allem der Hunde in Tierpensionen und Tierheimen. Zudem lernt man das Erziehen von Hunden und Regelungen des Tier- und Umweltschutzes. 

Nach der Ausbildung finden Tierpfleger dieses Fachbereichs vor allem eine Anstellung in Tierheimen, Tierpensionen und Hundeschulen. Und es gibt durchaus Weiterbildungsmöglichkeiten. Zum Beispiel können Sie eine Tierpflegemeisterprüfung oder Qualifizierungslehrgänge zum Tierpsychologen oder zur Tierphysiotherapeutin machen.

Die Tierärztin: ein Beruf mit Hunden für Menschen mit Motivation und Passion

Tierarzt zu werden ist der Traumberuf von vielen jungen Menschen. Doch was steckt wirklich dahinter? Wie verläuft das Studium und wo werden Tierärzte überall eingesetzt?

Wenn Sie Tierarzt werden wollen, führt Ihr Weg dorthin über ein Studium der Tiermedizin 

Die Regelstudienzeit ist elf Semester, also 5,5 Jahre. Und zwar für jeden und immer, denn es gibt zum Beispiel keine Möglichkeit auf ein Urlaubssemester.

Das Studium ist folgendermaßen aufgebaut: 2 Jahre „Vorklinische Semester“, in denen erwerben Sie Grundlagen zum Beispiel in Biochemie, Tierzucht, Anatomie, Botanik, Physiologie und Physik. Danach kommt das Physikum, die Zwischenprüfung. In den kommenden Jahren folgen noch drei Staatsexamen und es gibt Blöcke, in denen Sie Praktika absolvieren müssen. Diese sind frei wählbar und für spätere Bewerbungen sehr wichtig, denn nach Ihrem Studium interessiert man sich vor allem dafür, wo Sie Praktika gemacht haben und welche Referenzen Sie daraus mitnehmen konnten. 

Am Ende des Studiums steht noch das Rotationsjahr an, in diesem erwerben Sie in unterschiedlichen Kliniken und Einrichtungen noch mehr Praxiserfahrung und wenden Ihr erlerntes Wissen an. 

Nach dem bestandenen Staatsexamen können Sie die Approbation beantragen und sind danach zur Berufsausübung als Tierarzt und zum Führen dieser Berufsbezeichnung berechtigt.

4 Fakten über das Tiermedizin-Studium
  1. Es ist sehr schwer einen Studienplatz zu bekommen, denn Tiermedizin wird nur an fünf Universitäten in ganz Deutschland angeboten. Auf 1000 Studienplätze pro Jahr bewerben sich im Schnitt 4000 Abiturienten.
  2. Die Abiturnote muss überdurchschnittlich sein, der Numerus clausus liegt normalerweise zwischen 1,1-1,5. Die geforderte Durchschnittsnote der letzten Jahre war sogar 1,3 oder besser.
  3. Alle Prüfungen muss man spätestens beim dritten Versuch bestehen, sonst ist das Studium sofort beendet und Sie dürfen nicht weiter Tiermedizin studieren.
  4. Die meisten Prüfungen müssen Sie mündlich ablegen. Das kann ein Vor- oder Nachteil sein, je nachdem was Sie für ein Typ sind.

Was passiert nach dem Studium?

Die meisten Tierärzte praktizieren nicht in privaten Tierarztpraxen und behandeln Katzen, Hunde und andere Haustiere. Sondern sie sind vielmehr im Bereich der Lebensmittelkontrolle, Pharmaindustrie, Forschung oder bei der Bundeswehr tätig und betreuen zum Beispiel die Hundestaffel.

Nach dem Studium können Sie noch einen international anerkannten Facharzt machen. Dafür müssen Sie weitere vier Jahre investieren. 

Nach einem erfolgreich abgeschlossenen Studium haben Sie sehr viele Möglichkeiten, Karriere zu machen. So können Sie zum Beispiel Ihre eigene Kleintierpraxis auf dem Land eröffnen und Hunde sowie andere Kleintiere behandeln. 

Der Weg dorthin ist mit Sicherheit nicht einfach, doch wenn Sie sich für diesen Beruf entscheiden sollten, brauchen Sie vor allem Motivation, Passion und die Liebe zu Tieren.

Berufe mit Hunden gibt es tatsächlich mehr als man denkt. Neben den vier oben genannten gibt es zum Beispiel noch Hundephysiotherapeuten, Schäfer, Tierheilpraktiker, Förster und Hundesitter. Die Möglichkeit, Berufe auszuüben, bei denen Sie wirklich eng mit Hunden zusammenarbeiten, ist gegeben. Wussten Sie, dass Sie sogar einen Fachwirt für Hundewirtschaft machen können? Als Hundewirt können Sie zum Beispiel eine Hundeschule oder eine Tierpension leiten, Futter vermarkten und verkaufen oder sogar ein Hundefachgeschäft leiten.

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