Ihr Hund zieht an der Leine?

So klappt es entspannt beim Spazierengehen mit Ihrem Hund

Sie kennen es sicher: Sie wollen ganz entspannt eine Gassirunde drehen, aber Ihr Hund beginnt bereits vor der Haustür an der Leine zu ziehen. Er will nicht auf dem Weg bleiben, sondern durch die Büsche streifen und alles beschnuppern. Je nach Größe Ihres Hundes haben Sie wahrscheinlich Mühe, ihn zu halten, wenn er stark an der Leine zieht. Wir haben Tipps, wie der Spaziergang entspannter klappt – und Hund und Halter wieder mehr Spaß am gemeinsamen Spazierengehen haben.

Wenn es eine Schwierigkeit gibt, die sehr viele Hundehalter zu irgendeinem Zeitpunkt erleben, dann ist es das Ziehen an der Leine. Es ist weit verbreitet und im wahrsten Sinne des Wortes das Gegenteil von entspannt. Besonders anstrengend wird es, wenn Sie einen Spaziergang mit mehreren Hunden machen. Dann verlangen Ihnen sogar kleine Hunde alles ab und an gemütliches Spazierengehen ist kaum noch zu denken. Viele Hundehalter gehen zu einer Flexi-Leine über, die dem Hund bei Bedarf mehr Spielraum gibt. Manche Hunde kommen damit gut zurecht, aber:


Oft verlagert eine Flexileine das Problem nur um ein paar Meter – denn irgendwann ist jede Leine zu Ende.

Das Ziel sollte daher sein, dass Ihr Hund entspannt an der lockeren Leine geht. Um dies zu erreichen, lohnt es sich, zunächst einmal die Perspektive Ihres Hundes einzunehmen.

Das erwartet Ihr Hund vom Gassigehen

Für Hunde, die sich die meiste Zeit des Tages im Haus aufhalten, ist das Gassigehen nicht nur eine Notwendigkeit, um sich zu lösen. Es ist ein echtes Highlight am Tag. Ihr Hund freut sich darauf, die Gegend zu erkunden und neue Duftmarken zu entdecken, andere Hunde zu treffen, sich zu bewegen, zu toben und zu spielen. Besonders junge Hunde haben einen großen Bewegungsdrang – oft mehr als ihre Halter. Deshalb macht ihnen das Gassigehen an der Leine dann keinen Spaß und sie wollen lieber nach der eigenen Nase laufen. Erlebt der Hund auf dem Spaziergang andererseits alles, was er erwartet und braucht, wird er insgesamt freudiger mitgehen. Im Sommer freut sich Ihr Hund, wenn er unterwegs schwimmen darf. Und wenn es im Winter geschneit hat, möchte er die kühle Pracht sicherlich hautnah erleben und nicht nur aus der Distanz beobachten. Gestalten Sie Ihre Spaziergänge daher auch spannend für Ihren Hund. Suchen Sie neue Ziele, gehen Sie neue Strecken und streuen Sie unbedingt Spielpausen ein.

Gründe, aus denen Ihr Hund an der Leine zieht

Es gibt verschiedene Gründe, aus denen Ihr Hund an der Leine zieht:

  • der Hund ist gestresst von Lärm, Autoverkehr, anderen Hunden oder Menschen
  • junge Hunde ziehen oft noch an der Leine, weil sie noch nicht an die Leine gewöhnt sind
  • der natürliche Jagdtrieb führt dazu, dass Hunde an der Leine ziehen


In allen Fällen sollten Sie an der Beziehung zwischen Mensch und Hund arbeiten. Manche Hunde vergessen ihren Menschen völlig, weil sie alles andere spannender finden.

Gute Erziehung hilft, damit Ihr Hund nicht an der Leine zieht

Dass Hunde an der Leine gehen, ist eigentlich nicht natürlich. Doch es ist trotzdem sinnvoll, damit Sie die Kontrolle behalten, besonders wenn Sie anderen Verkehrsteilnehmern oder Hundebesitzern begegnen. Manche Hunde sind auch ohne Leine besonders folgsam, kennen viele Kommandos und lernen bereitwillig. Arbeitshunde im Einsatz sind beispielsweise äußerst zuverlässig. Rettungs- oder Blindenhunde warten stundenlang ruhig und ohne zu bellen und laufen erst los, wenn sie das Kommando dazu erhalten. Auch Hunde, die zur Jagd erzogen werden, hören auf ihren Halter und versuchen nicht, ihren eigenen Kopf durchzusetzen. Meist gehört dazu aber, dass der Hundehalter das Miteinander aktiv gestaltet.


Je besser der Hund erzogen ist und auf Ihre Kommandos hört, desto gelassener wird er auch an der Leine gehen.

 

Erste Maßnahmen, wenn Ihr Hund an der Leine zieht

Als erste Maßnahmen, damit der Hund nicht mehr an der Leine zieht, können Sie Folgendes ausprobieren:

  • Sobald der Hund an der Leine zieht, bleiben Sie stehen und halten den Zug aus.
  • Warten Sie darauf, dass der Hund sich nach Ihnen umdreht und Sie seine Aufmerksamkeit wieder erlangen.
  • Ändern Sie die Richtung, in die Sie gehen, um die Aufmerksamkeit Ihres Hundes auf Sie zu erhöhen.
  • Belohnen Sie erwünschtes Verhalten. Loben Sie Ihren Hund und geben Sie einen kleinen Snack.
  • Üben Sie immer wieder Kommandos.

Oft helfen diese kleinen Maßnahmen schon, damit der Hund nicht mehr an der Leine zieht.


Wichtig bei der Erziehung: Seien Sie konsequent.

Konsequent zu sein bedeutet, sich in gleichen Situationen auch gleich zu verhalten, damit Ihr Hund versteht, was Sie von ihm wollen.

Strukturieren Sie den Spaziergang, damit Ihr Hund lernt, nicht mehr an der Leine zu ziehen

Es kann auch sinnvoll sein, den Spaziergang grundlegend zu strukturieren und in verschiedene Abschnitte zu teilen. In jedem Abschnitt steht dann etwas anderes im Vordergrund. Dafür brauchen Sie ein Halsband und ein Geschirr sowie eine Leine, die sich in der Länge verändern lässt, am besten auf 1 Meter, 1,5  Meter, 2 Meter.

So strukturieren Sie den Spaziergang

  • Beginn des Spaziergangs: Der Hund trägt sein Halsband und bleibt an kurzer Leine (etwa 1 Meter) bei Ihnen. Er soll ganz auf Sie konzentriert sein. Damit die Leine ihre Distanz hält, nehmen Sie die Hand, in der Sie die Leine halten, in Ihre Mantel- oder Hosentasche. 
  • Geschirr für den zweiten Teil: Verwenden Sie nun das Geschirr und geben Sie mehr Leine frei. Leichtes Ziehen ist nun in Ordnung, der Hund darf selbst Spannendes entdecken.
  • Freies Spiel ohne Leine: Wenn möglich, planen Sie eine Phase ein, in der Ihr Hund sich ganz frei bewegen darf. Er soll toben und rennen und sich dabei richtig auspowern.
  • Zum Schluss geht der Hund wieder an der kurzen Leine nah bei Ihnen nach Hause.

Probieren Sie diese Tipps für mehr Entspannung beim Spazierengehen. Der schöne Nebeneffekt: Sie haben wahrscheinlich bald auch selbst auch mehr Freude an Ihren gemeinsamen Unternehmungen.

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