Der Hundeführerschein

Warum er wichtig ist und was Sie darüber wissen müssen

Im alltäglichen Leben sind Hunde einer Vielzahl von Reizen ausgesetzt: etwa Radfahrern, spielenden Kindern oder anderen Hunden. Durch den Hundeführerschein lernen Sie und Ihr Hund, wie Sie mit diesen Reizen umgehen können. In diesem Artikel erfahren Sie, warum der Hundeführerschein wichtig ist und was Sie über den Erwerb wissen sollten. 

Was Ihnen der Hundeführerschein bringt

Mit einem Hundeführerschein wird Ihnen als Hundehalter bescheinigt, dass Sie Ihren Hund im Alltag unter Kontrolle halten können und andere Menschen oder Hunde nicht in Gefahr bringen. Sie genießen dann außerdem gewisse Privilegien: Beispielsweise können Sie mit einem Hundeführerschein Ihren Hund in Bundesländern, in denen eine Leinenpflicht besteht, auch mal ohne Leine herumtollen lassen. Gerade für große und sehr sportliche Hunde ist dieser Freilauf wichtig. Die meisten Hundevereine und -verbände, aber auch Hundeschulen bieten die Hundeführerscheinprüfung an. Nach einer bestandenen theoretischen und praktischen Prüfung wird Ihnen der Hundeführerschein ausgestellt.

Ist ein Hundeführerschein Pflicht?

Der Hundeführerschein wird von zahlreichen Hundehaltern gemacht – verpflichtend ist er aber nur in wenigen Bundesländern. In Niedersachsen ist es seit Juli 2013 für alle, die sich das erste Mal einen Hund anschaffen, vorgeschrieben, einen Hundeführerschein zu besitzen. Bundesländer wie Bayern oder Thüringen verlangen diesen Nachweis jedoch nicht. Im Hundegesetz Ihres Bundeslandes sowie bei der für Sie zuständigen Behörde können Sie erfahren, ob Sie einen Hundeführerschein benötigen.

Die Prüfung zum Hundeführerschein

Um zur Prüfung zugelassen zu werden, muss Ihr Hund mindestens 12 Monate alt sein. Der Hundeführerschein ist vergleichbar mit einem Autoführerschein, denn die Prüfung gliedert sich ebenso in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Jedes Bundesland entscheidet selbst über die Inhalte der Prüfung, doch der Aufbau ist immer ähnlich:

Theorie:

  • Der theoretische Teil besteht aus einem Multiple-Choice-Test mit Fragen, die Ihr Wissen in Bezug auf Gefahrenvermeidung und den Umgang mit typischen Alltagssituationen, wie beispielsweise Gesundheit, Ernährung oder auch rechtliche Grundlagen, testen. Der Aufbau des Tests variiert von Prüfer zu Prüfer, da es in Deutschland keinen einheitlichen Hundeführerschein gibt.
  • Das Bestehen der theoretischen Prüfung ist notwendig, um den praktischen Teil absolvieren zu können.
  • Der Test dauert 60 Minuten. Sie haben ihn bestanden, wenn Sie mindestens 80% der maximalen Punktzahl erreicht haben.

Praxis:

  • Auch die praktische Prüfung kann je nach Anbieter unterschiedlich aufgebaut sein.
  • Es wird die Zusammenarbeit von Ihnen und Ihrem Hund als Team bewertet.
  • In diversen Übungen wird der Grundgehorsam Ihres Hundes getestet. Dabei beobachten die Prüfer, wie sich Ihr Hund in unterschiedlichen Situationen verhält und ob er auf Ihre Kommandos hört. Häufig sind es Alltagssituationen, die Sie mit Ihrem Hund bewältigen müssen. 
  • Vom Prüfer wird ebenfalls getestet, wie Sie eine Situation vorausschauend einschätzen, um gefährliche Ereignisse zu vermeiden.
Wie viel kostet die Hundeführerscheinprüfung?

Je nach Bundesland und Anbieter der Prüfung variieren die Kosten zwischen 50 € und 200 €. In jedem Fall sollten Sie sich Angebote von verschiedenen Hundevereinen und -verbänden sowie Hundeschulen in Ihrer Gemeinde einholen und überlegen, welche Prüfungsinhalte notwendig sind. Denn diese können sich ebenfalls deutlich unterscheiden.

So bereiten Sie sich auf den Hundeführerschein vor

An erster Stelle geht es darum, gemeinsam mit Ihrem Hund zu lernen und ihn zu trainieren. Für die Prüfungsvorbereitung gibt es spezielle Bücher, die typische Fragen beinhalten und praktische Übungen erläutern. Idealerweise sollten Sie sich zusätzlich professionellen Rat einholen. Hundeschulen bieten oft Vorbereitungskurse an, die Sie und Ihren Vierbeiner für die Hundeführerscheinprüfung fit machen. Regelmäßige Trainingseinheiten und ein geeigneter Trainingsort sind essenziell – aber muten Sie sich und Ihrem Hund nicht zu viel zu!

Zwischen den Trainings- und Lerneinheiten sind Ruhepausen wichtig, damit Sie konzentriert bleiben und Ihr Hund Zeit hat, das Gelernte zu verarbeiten.

Auch wenn es in Ihrem Bundesland keine Pflicht ist, empfehlen wir Ihnen, in einen Hundeführerschein zu investieren. So können Sie sicherstellen, dass Sie Ihren Hund auch in schwierigen Situationen unter Kontrolle halten können. Bevor Sie sich zur Prüfung für den Hundeführerschein anmelden, sollten Sie gewährleisten können, dass Ihr Hund sehr gut auf Kommandos hört, denn dies ist essenziell für das Bestehen des praktischen Prüfungsteils. Treten Sie die Prüfung erst an, wenn Sie sich sicher fühlen!

Wir wünschen Ihnen und Ihrem Hund viel Erfolg!

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