Welche Hunderassen sind für Anfänger geeignet?

Was Sie bei der erstmaligen Anschaffung eines Hundes beachten sollten und wie Sie als Anfänger die passende Hunderasse auswählen

Sie möchten zum ersten Mal einen Welpen oder auch einen erwachsenen Hund bei sich aufnehmen, sind aber unsicher, welche Hunderassen für Anfänger geeignet sind und ob Ihr Lebensstil oder die Größe Ihrer Wohnung mit der Haltung eines Hundes vereinbar sind? In diesem Artikel verraten wir Ihnen, worauf Sie bei der Auswahl achten sollten und welche Rassen am besten für Einsteiger geeignet sind.

Diese Hunderassen sind für Anfänger geeignet

Ob klein oder groß, grundsätzlich können die verschiedensten Rassen (und natürlich auch Mischlinge) für Einsteiger geeignet sein. Bei der Auswahl einer Hunderasse kommt es immer auf Ihre individuelle Lebenssituation an, doch es gibt durchaus einige Rassen, die erfahrungsgemäß leichter erziehbar sind als andere. Wir haben eine kleine Auswahl an Hunderassen zusammengestellt, die aufgrund ihrer Wesenszüge relativ pflegeleicht und deshalb sehr beliebt sind.

Unter diesen Hunderassen finden Sie sehr umgängliche Gefährten:

  • Golden Retriever – Mit einem Golden Retriever holen Sie sich einen sehr lernwilligen und vor allen Dingen aktiven Gesellen ins Haus. Sie gelten als sehr menschenbezogen und sind für jeden Spaß zu haben.
  • Cavalier King Charles Spaniel – Diese Hunde sind die Ruhe in Person. Dabei sind sie trotzdem sehr unternehmungslustig und leicht zu erziehen. 
  • Bichon Frisé – Die kleinen, fluffigen Kameraden sind sehr wachsam und mutig. Gleichzeitig lernen sie schnell, was sie zu perfekten Anfängerhunden macht. 
  • Pudel – Pudel sind nicht nur sehr intelligent und zuverlässig – es gibt sie auch in allen Größen! 
  • Havaneser – Dieser Vierbeiner wickelt mit seinem Charme jeden um den Finger und ist zudem super unkompliziert im Umgang.
  • Französische Bulldogge – Sie mögen auf den ersten Blick etwas griesgrämig wirken, doch Französische Bulldoggen sind sehr freundlich und wollen es ihrem Besitzer nicht zu schwer machen.
  • Kromfohrländer – Die mittelgroße Hunderasse ist sehr freundlich, verspielt und verschmust. Kromfohrländer wissen sich zu benehmen. 

Jagd- und Hütehunde sollten Sie erfahrenen Hundehaltern überlassen

Hunderassen mit einem ausgeprägten Jagdinstinkt in den Griff zu bekommen, kann eine echte Herausforderung sein. Zu diesen Rassen gehören unter anderem:

  • Schnauzer
  • Dackel
  • Deutsch Kurzhaar
  • Weimaraner

Wenn Sie sich als Anfänger für einen solchen Hund entscheiden, sollten Sie bedenken, dass eine sehr strikte und konsequente Erziehung vonnöten ist und diese Hunde eine Möglichkeit brauchen, ihren Jagdtrieb auszuleben. Andere Rassen, wie

  • Deutscher Schäferhund
  • Rottweiler 
  • Australian Shepherd
  • Border Collie

haben einen stark ausgeprägten Bewachungsinstinkt. Diesen Instinkt befriedigen sie beispielsweise durch das Hüten eines Grundstücks oder einer Schafherde. 

 

Wenn Hütehunde nicht die Möglichkeit des Bewachens haben, suchen sie sich ein anderes Betätigungsfeld und beschützen stattdessen die Familie. 

 

So putzig sich das anhören mag: Diese Eigenschaft sollten Sie besser nicht fördern, denn die Hunde könnten ihre Aufgabe etwas zu ernst nehmen – und ehe Sie sich’s versehen, lässt Ihr Hund den Postboten nicht mehr aufs Grundstück. Dies lässt jedoch sich mit regelmäßigem Hundesport verhindern. 

Ein Hütehund hütet eine Schafherde

Was Anfänger vor der Anschaffung eines Hundes beachten müssen

Es gibt viele Aspekte, die Sie bei der Auswahl Ihres treuen Gefährten berücksichtigen sollten. Deshalb lässt sich nicht per se sagen, welche Hunderassen sich am besten für Einsteiger eignen. Wichtig ist, dass Sie nicht nur danach gehen, welchen Hund Sie am niedlichsten finden, sondern auch beachten, welche Rasse am besten zu Ihrer Persönlichkeit passt, wie sich das Tier in Ihren Alltag integrieren lässt und wie aufwendig die Erziehung ist.

 

Bevor Sie sich für eine Hunderasse entscheiden, sollten Sie sich zuerst Gedanken darüber machen, was Sie Ihrem Haustier bieten können.

 

Jeder Hund hat andere Bedürfnisse. Einige benötigen mehr Zuwendung und Aufmerksamkeit als andere. Deshalb sollten Sie sich vor der Anschaffung eines Hundes diese drei Fragen stellen: 

1. Wie viel Platz habe ich?

Je größer der Hund, desto mehr Platz benötigt er in der Regel. Bei einem Haus mit Garten und reichlich Freiraum für den Hund kann die Wahl auch auf einen großen Hund fallen. 

Diese Hunderassen benötigen viel Platz:

  • Leonberger – Der Leonberger gehört zu den größten Hunderassen überhaupt. Aufgrund dieser Größe ist eine gute Erziehung enorm wichtig, doch wenn das geschafft ist, ist er ein sehr treuer Begleiter.
  • Berner Sennenhund – Diese Rasse ist als erster Hund sehr gut geeignet, denn Berner Sennenhunde sind sehr ruhig und pflegeleicht. Sie lieben lange und entspannte Spaziergänge.
  • Boxer – Boxer haben zwar einen ausgeprägten Beschützerinstinkt und sind Fremden gegenüber sehr misstrauisch, gelten aber dennoch als ausgeglichen und nervenstark.

Wohnen Sie allerdings in einer überschaubaren Stadtwohnung, ist eine kleinere Hunderasse mit wenig Platzansprüchen besser geeignet. 

Diese Hunderassen sind auch in einer (kleinen) Wohnung glücklich: 

  • Zwergspitz – Zwergspitze haben ein fröhliches Wesen und sind sehr ausgeglichen. Sie kommen gut in einer Wohnung zurecht, brauchen aber trotzdem regelmäßig und ausreichend Bewegung. 
  • Retro-Mops – Der Retro-Mops kann in der Wohnung gehalten werden. Er braucht jeden Tag eine gesunde Portion Auslauf, damit er gesund bleibt. Mit ein wenig Geduld ist es auch kein Problem, ihn zu erziehen.
  • Yorkshire Terrier – Sie können aufgrund ihrer Größe relativ problemlos in einer Wohnung leben, müssen dann aber mit viel Auslauf und Spielzeugen beschäftigt werden.

2. Wie viel Zeit habe ich?

Wenn Sie beruflich sehr eingespannt sind oder anderweitige Verpflichtungen haben, passt eine Rasse, die intensive geistige und körperliche Auslastung benötigt, weniger gut. Eine Familie, die gern Fahrradtouren macht, viel draußen unterwegs ist und wandern geht, passt dagegen perfekt zu einer solchen Rasse. Beachten Sie jedoch, dass sehr aktive Hunderassen oft zu den Jagd- und Hütehunden gehören und auch unabhängig davon eine besondere Erziehung benötigen.

Diese Hunderassen sind super sportlich (und haben keinen Jagd- oder Bewachungstrieb): 

  • Dalmatiner – Die gepunkteten Sportskanonen können stundenlang umhertollen, sind aber auch gerne an der Seite ihrer Herrchen oder Frauchen. Da diese Rasse sehr charakterstark ist, muss man in der Erziehung konsequent sein.
  • Sheltie – Shelties sind kleine, sportliche Hunde, die viel Auslauf benötigen. Außerdem sind sie sehr intelligente Tiere, weshalb sie mit Denkspielen auch auf geistiger Ebene trainiert werden müssen.
  • Labrador Retriever – Ob Wandern oder Fahrradfahren: Dieser Hund liebt ausgedehnte Entdeckungstouren und braucht täglich ausreichend Bewegung.

Für alle, die es lieber etwas ruhiger angehen lassen, kommt nur eine Hunderasse infrage, die weniger Auslauf benötigt. Das sind oftmals eher kleinere Rassen.

Diesen Hunderassen reicht ein gemütlicher Spaziergang um den Block: 

  • Malteser – Der Malteser genießt sein Leben als Schoßhund, ist aber trotzdem sehr energieladen. Allerdings kann diese Rasse sehr angriffslustig sein und neigt außerdem zum Bellen. Das sollte man als Besitzer so früh wie möglich abtrainieren. 
  • Mastiff – Mastiffs sind echte Kolosse, aber im Inneren ruhige und sanfte Seelen. Sie sind ziemlich unsportlich und mögen es eher entspannt.
  • Englische Bulldogge – Die englische Bulldogge schaut ähnlich mies drein wie ihr französischer Vetter, ist aber ebenfalls sehr liebenswert und fröhlich. Hunden dieser Rasse reichen kurze Spaziergänge allemal.

Bei langhaarigen Rassen oder Hunden mit viel Unterwolle wird oft unterschätzt, wie zeitintensiv die Pflege vor allen Dingen während des Fellwechsels im Herbst sein kann. 

3. Welche finanziellen Möglichkeiten habe ich? 

Was Sie bei der Überlegung für die Anschaffung eines Hundes bedenken sollten: Ein Hund kostet Geld. Nicht nur die Hundesteuer und die Hundehalterhaftpflicht müssen bezahlt werden, sondern auch die laufenden Kosten sollten Sie bedenken. Halsband, Leine, Spielzeuge, Futter, Hundebox und viele andere Dinge müssen angeschafft werden. Ein großer Hund ist in Bezug auf Futter oder Tierarztrechnungen wesentlich teurer als ein kleiner Hund. 

Die richtige Erziehung ist bei der Hundehaltung das A und O für jeden Anfänger

 

Ganz egal, für welchen Hund Sie sich entscheiden: Ein gelingendes Zusammenleben ist in erster Linie abhängig von der Erziehung.

 

Bei der Erziehung eines Welpen oder erwachsenen Hundes geht es nicht nur um grundlegende Dinge, wie den Hund stubenrein zu bekommen oder ihm beizubringen, dass er kein Essen vom Tisch stibitzen darf. Es betrifft auch den Umgang mit anderen (vor allen Dingen fremden) Menschen und Hunden. Sie sollten sich darüber im Klaren sein, dass einige Hunderassen auf andere Menschen eine bedrohliche Wirkung haben können. Umso wichtiger ist es, dass Sie Ihr Tier richtig trainieren und kennenlernen, um Konflikte mit anderen Hunden und ihren Haltern zu verhindern. Bedenken Sie auch, dass Sie einen großen Hund im Vergleich zu einem kleinen weniger leicht zurückhalten können, wenn er sich losreißt! Nicht nur das Gassigehen soll geübt sein, sondern Ihr Hund sollte auch lernen, wie er sich zu Hause zu verhalten hat – insbesondere, wenn man Besuch empfängt. Es gibt also eine Menge potenzieller Fehler, die man bei der Hundeerziehung begehen kann, und viele Dinge, auf die man achtgeben muss.

 

Wir empfehlen, mit einem neuen Hund insbesondere am Anfang eine Hundeschule zu besuchen. 

 

Hier bekommen Sie eine Anleitung von Profis. Dabei können Sie und Ihr Hund viel von- und miteinander lernen und wenn Sie noch keine Erfahrungen in der Hundehaltung haben, ist dies ein wichtiger Schritt.

Ein Jack Russel Terrier rennt durch einen Hundetunnel.

Fazit: Sie sollten sich darüber im Klaren sein, dass ein Hund wie ein neues Familienmitglied ist, das viel Zeit, Zuwendung und Aufmerksamkeit fordert. Wägen Sie bei der Entscheidung für eine Rasse ab, ob sie zu Ihren Kenntnissen in der Hundehaltung passt und ob Sie dem Hund das bieten können, was er braucht. Die Erziehung ist gerade am Anfang sehr entscheidend für das gemeinsame Zusammenleben. Wenn Sie sich dafür Zeit nehmen und sich intensiv mit Ihrem neuen Gefährten auseinandersetzen, wird es mit Sicherheit keine Probleme geben!

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