Das hilft bei Angst vor Hunden

Ursachen von Angst vor Hunden, Strategien für ein entspanntes Verhältnis von Hund und Mensch – und was Hundehalter tun können

Hundehalter lieben ihre Hunde und gehen mit ihnen durch dick und dünn. Viele Menschen haben dagegen überhaupt kein entspanntes Verhältnis zu Hunden – sondern regelrecht Angst vor ihnen. In diesem Artikel dreht sich alles um die Angst vor Hunden und die Frage, was dagegen hilft. Wir geben Tipps für Betroffene wie auch für Hundehalter, denn ein gegenseitiges Verständnis hilft am besten für entspannte Begegnungen.

Wachsen Kinder und Hunde zusammen auf, haben Kinder meistens keine grundsätzliche Angst vor Hunden. Sie lernen das arttypische Verhalten von Hunden kennen und erfahren, wie Menschen angemessen darauf reagieren können. Dabei spielt es meist keine Rolle, wie groß der Hund ist. Wer jedoch wenig Kontakt zu Hunden hat, kennt sich entsprechend wenig aus mit deren Verhalten. Das kann zu Unsicherheit und Angst führen. Auch schlechte Erlebnisse in der Vergangenheit können dazu führen, dass Menschen Angst vor Hunden entwickeln.

Menschen haben aus verschiedenen Gründen Angst vor Hunden

Die Angst vor Hunden kann bei Menschen vielfältige Gründe haben. Es kann eine grundsätzliche Angst sein, die immer ausgelöst wird, egal welcher Hund uns begegnet.

Aber manchmal ist es auch der Ruf einer bestimmten Rasse, die Angst bei Menschen auslöst.

Sogenannte Listenhunde, oft auch Kampfhunde genannt, lösen ein ungutes Gefühl in vielen Menschen aus. Sie gelten als bissig und gefährlich.

Die meisten Hunde verhalten sich jedoch entspannt und unauffällig. An fremden Menschen sind sie nicht besonders interessiert. Vor ihnen fürchten sich auch solche Menschen, die sich vor Hunden fürchten, meist nicht übermäßig. Das konkrete Verhalten eines Hundes kann jedoch starke Angst auslösen. Der Nachbarshund hat schon einmal gebissen und wirkt alles andere als friedlich? So etwas spricht sich meist schnell herum und Nachbarn haben dann verständliche Angst. Hundehalter sollten das Verhalten ihres Hundes daher immer auch mit Blick auf fremde Menschen überprüfen.

Eifersucht zwischen Hund und Mensch kann zu Spannungen führen

Auch wenn anderweitige Spannungen zwischen einem Hund und einem Besucher bestehen, kann die Situation sich nach und nach verschlechtern. Der Hund spürt die Spannung und beginnt zu knurren, zu bellen oder sich aggressiv zu verhalten. In der Folge kommt es zu Abneigung, die sich zu Angst entwickeln kann – ein Teufelskreis. Ist ein Partner eifersüchtig auf den Hund – oder umgekehrt –, sollten Sie daher unbedingt etwas unternehmen. Sprechen Sie mit Ihrem Partner über das Thema und versuchen Sie das Verhältnis bewusst durch gemeinsames Spiel und Spaziergänge zu entspannen. Ist die Situation auf Dauer belastend, so kann es helfen, wenn Sie einen Tiertherapeuten einbeziehen. Tiertherapeuten haben ein geschultes Auge für das Verhalten von Hund und Mensch und erkennen Muster, die uns im Alltag selbst nicht auffallen.

Tipps für Menschen, die Angst vor Hunden haben

Menschen, die sich vor Hunden fürchten, sind sich dessen in der Regel bewusst und wissen oft, warum sich die Angst entwickelt hat. So verrückt es klingt:

Die wirkungsvollste Methode, um Angst vor Hunden zu überwinden, ist es, selbst einen Hund aufzunehmen.

Wer einen Hund als kleinen Welpen aufnimmt, lernt den Hund von Anfang an so gut kennen, dass sich Angst gar nicht erst einstellt. Allerdings bedeutet ein Hund auch Verantwortung und vielleicht möchten Sie diese nicht. Sie wünschen sich einfach nur, dass das gelegentlichen Zusammentreffen mit Hunden beim Spazierengehen oder bei Freunden entspannter wird. Dann haben wir ein paar einfache Tipps, die solche Begegnungen entspannter machen:

Wenn Sie einen Hund nicht kennen, sollten Sie

  • ihn nicht streicheln,
  • sich ihm von vorne nähern, damit der Hund Sie sieht,
  • Abstand halten,
  • ihn nicht beim Fressen stören,
  • dem Hund nicht direkt in die Augen sehen,
  • es dem Hund überlassen, Kontakt zu suchen.

Generell ist es ratsam, sich ruhig zu bewegen. Vor einem Hund wegzulaufen, kann von diesem als Aufforderung zum Spiel verstanden werden und er beginnt unter Umständen hinterherzulaufen. Besser ist es stehen zu bleiben und dem Hund die geöffnete Hand zu zeigen. In den meisten Fällen wird es dann bei einer ruhigen, unaufgeregten Begegnung bleiben.

So helfen Sie als Hundehalter Menschen bei Angst vor Hunden

Auch als Hundehalter möchten Sie natürlich, dass das Zusammentreffen zwischen Ihrem Hund und anderen Menschen so entspannt wie möglich ist. Und dazu können Sie selbst eine Menge beitragen.

Gegen tief sitzende, grundsätzliche Angst vor Hunden können Sie als Hundehalter zwar nicht viel tun. Doch ein besseres Verständnis für Menschen mit Angst vor Hunden ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Nehmen Sie die Angst anderer Menschen vor Ihrem Hund unbedingt ernst. Spüren Sie eine Unsicherheit bei der Begegnung, hilft oft schon eine kurze Nachfrage.

Nehmen Sie Ihren Hund im Zweifelsfall an die Leine, dies gibt Menschen mit Angst vor Hunden ein sicheres Gefühl.

Auch im Gelände kann dies eine gute Idee sein. Ihr Hund ist ohne Leine zwar wahrscheinlich ohnehin entspannt. Ihn bei einer Begegnung mit anderen Spaziergängern kurz an die Leine zu nehmen, beugt jedoch Missverständnissen vor und ist eine nette Geste.

Knurren und Bellen kann Angst vor einem Hund auslösen

Auch anhaltendes Bellen kann Angst auslösen. Hunde, die bellen, beißen nicht, das ist zwar ein bekannter Satz. Doch ein knurrender, zähnefletschender Hund jagt den meisten Menschen Angst ein. Das ist verständlich, daher sollten Sie als Hundehalter darauf achten, dass Ihr Hund entspannt ist, und ihm ständiges Bellen abgewöhnen.

Hört Ihr Hund auf Kommandos, nimmt dies anderen die Angst

Sie können eine ganze Menge dafür tun, dass Ihr Hund entspannt ist und niemandem einen Anlass gibt, Angst vor ihm haben zu müssen. Besonders wichtig: Hört der Hund zuverlässig auf Ihre Kommandos, so haben Sie die Situation unter Kontrolle. Dies gibt Menschen, die Ihnen unterwegs begegnen oder die Sie besuchen, Sicherheit und nimmt ihnen Angst.

Ihr Hund sollte andere Menschen nicht anspringen

Dass Hunde Menschen anspringen, ist weiter verbreitet, als viele Hundehalter es wahrhaben wollen. Viele Menschen empfinden dies als äußerst unangenehm – und Menschen, die sich vor Hunden fürchten, sind dadurch extrem gestresst. Kinder, die von einem großen Hund angesprungen werden, fallen sogar unter Umständen zu Boden und haben in der Folge Angst. Es sollte daher zur Grundausbildung ihres Hundes gehören, dass er lernt, niemanden anzuspringen, auch nicht aus Freude.

Letztlich gehört für beide Seiten ein bisschen gegenseitiges Verständnis und Training dazu. Je mehr positive Begegnungen Menschen mit Angst vor Hunden haben, desto entspannter entwickelt sich das Verhältnis. Für den Spaziergänger: Machen Sie also beim nächsten Mal keinen Bogen um die Hundewiese, wenn Sie sich vor Hunden fürchten, sondern beobachten Sie zunächst aus der Entfernung, wie die Hunde zusammen spielen. Für den Hundehalter: Gehen Sie verständnisvoll auf Menschen ohne Hund zu und versuchen Sie zu vermitteln. Und wer weiß, vielleicht entwickelt sich so mit etwas Geduld sogar die ein oder andere kleine Freundschaft.

 

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