Can you see me? Leuchthalsband, Blinkies und Reflektoren für Hunde

So finden Sie das passende Equipment für den Spaziergang im Dunkeln

Frühmorgens und abends kommt Ihre Zeit. Wenn alle anderen auf dem Sofa liegen oder morgens im Regen eigentlich nur schnell von der Haustür zum Auto huschen, bleiben Sie und Ihr Hund nicht verschont. Sie müssen raus. Im Dunkeln eine Runde drehen. Und Sie und Ihr Hund müssen gesehen werden. Sicherheitsmaßnahmen gibt es viele. Vom Leuchthalsband über Reflektoren bis hin zu Blinkies – doch wie finden Sie das passende Equipment für Ihre Gassirunde? Lesen Sie hier, welche Sicherheitsvorkehrungen in der Stadt sinnvoll sind, wie Sie auch auf abgelegenen Feldwegen gesehen werden und auf welche Qualitätsmerkmale Sie bei einem Leuchthalsband achten sollten. 

 

Im Herbst und Winter trifft man sie immer mal wieder: Hundehalter, die nichts dafür tun, ihren Hund im Dunkeln sichtbar zu machen. Zwar passieren statistisch gesehen in den Sommermonaten mehr Unfälle mit einem Hund als im Winter, allerdings verbringt man während dieser Zeit auch einfach mehr Zeit draußen. Warum es dennoch wichtig ist, dass Sie für eine gute Sichtbarkeit Ihres Hundes sorgen:

  • Sie minimieren die Unfallgefahr im Straßenverkehr. Ob mit dem Rad oder mit dem Auto – wir Menschen müssen uns erst an die Dunkelheit gewöhnen. Gerade in der Dämmerungszeit, nach der Winterzeitumstellung oder wenn wir aus hell beleuchteten Räumen kommen, benötigt das menschliche Auge einige Minuten, um sich an die neuen Lichtverhältnisse anzupassen. 
  • Andere Fußgänger nehmen Ihren Hund schneller wahr. Dadurch können Sie Schreckensmomente verhindern. Gerade Menschen, die nicht sehr hunde-affin sind, haben wenig Verständnis für derartige Begegnungen im Dunkeln. Sie können hier also auch einer Konfrontation aus dem Weg gehen. 

Leinenpflicht im Dunkeln? Wir finden: unbedingt!

Viele Hundehalter nennen als Argument für Blinklichter und Co. zusätzlich den Vorteil, dass sie ihren eigenen Hund – falls er mal stiften gegangen ist – besser wiederfinden. Wir führen dieses Argument in der obigen Liste nicht an. Aus einem einfachen Grund: Wir sind der Meinung, dass Sie Ihren Hund im Dunkeln anleinen sollten. Der Hintergrund: 

  • Sie haben mehr Kontrolle: Auch wenn Sie Ihrem Hund vertrauen und Sie ein eingespieltes Team sind – Gefahrenquellen, die Sie bei Tageslicht wie selbstverständlich weit im Voraus sehen, können Ihnen bei Dunkelheit durch die Lappen gehen (andere Hunde, Katzen, Wild). Darüber hinaus bekommen Sie es mit, falls Ihr Hund etwas fressen möchte, das nicht für ihn bestimmt ist. 
  • Andere Verkehrsteilnehmer: Gerade bei widrigen Wetterverhältnissen wie Wind, Schnee oder Regen sind viele Auto- oder Radfahrer mit den Einflüssen überfordert und vielleicht unaufmerksamer. Denken Sie also immer für andere Verkehrsteilnehmer mit. 

Leuchthalsband, Blinkie und Reflektoren für Hunde – so finden Sie das perfekte Hunde-Equipment für die dunkle Jahreszeit

Sie werden es sicherlich bemerkt haben – Möglichkeiten, Ihren Hund mit Leuchthalsbändern, Reflektoren oder Ähnlichem auszustatten, gibt es viele. Der Markt für Sicherheitsartikel ist riesig. Und der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt: Sie können Ihrem Hund sogar eine Leuchtsirene, die für das Militär gedacht war, auf den Rücken schnallen (ist tatsächlich im Handel erhältlich). Ob Sie sich für die Blinkie-Leucht-Vollausstattung oder eine einfache Reflektorenleine entscheiden, hängt ganz von Ihrer Gassi-Umgebung ab. Also: Wann passt was zu welchem Gang?

Lichtverhältnisse:
Straßen- und Geschäftsbeleuchtung

Situationen/mögliche Gefahren:
Es blinkt überall. Autos, S-Bahn, Geschäfte, Straßenlaternen – die Grundhelligkeit ist zwar hoch, dafür konkurriert Ihr Hunde-Leuchtmittel mit vielen weiteren Lichtquellen.

Empfohlenes Equipment:
Für Ihren Hund: Eine reflektierende Weste oder ein Reflektor-Hundemantel. Blinkies nützen hier wenig.

Lichtverhältnisse:
mäßig (durch Straßenlaternen und Hauseingänge)

Situationen/mögliche Gefahren:
Die Helligkeit erreicht nicht den Boden. Zwischen geparkten Autos und engen Gehwegen kann Ihr Hund leicht übersehen werden.

Empfohlenes Equipment:
Für Sie: eine Taschen- oder Stirnlampe 
Für Ihren Hund: Leuchthalsband und ein reflektierendes Hundegeschirr

Lichtverhältnisse:
mäßig bis schlecht

Situationen/mögliche Gefahren:
Weit auseinanderstehende Gehwegbeleuchtung. Wildtiere können übersehen werden.

Empfohlenes Equipment:
Für Sie: eine Taschen- und Stirnlampe 
Für Ihren Hund: Blinkies und Leuchthalsband. Reflektoren nützen hier wenig, weil kaum Gegenlicht einfällt.

Lichtverhältnisse:
schlecht bis dunkel

Situationen/mögliche Gefahren:
Vorbeirauschende Autos mit hellen Lichtern, die Fußwege sind meist nicht beleuchtet

Empfohlenes Equipment:
Für Sie: Warnweste und Taschenlampe, damit Sie selbst den Weg finden 
Für Ihren Hund: Leuchthalsband, Reflektorenmantel oder -geschirr und eine Leine mit Reflektoren (für Radfahrer)

Lichtverhältnisse:
mäßig (durch Straßenlaternen und Hauseingänge)

Situationen/mögliche Gefahren:
Die Helligkeit erreicht nicht den Boden. Zwischen geparkten Autos und engen Gehwegen kann Ihr Hund leicht übersehen werden.

Empfohlenes Equipment:
Für Sie: eine Taschenlampe, damit Sie anderen Verkehrsteilnehmern ein Lichtsignal senden können 
Für Ihren Hund: Leuchthalsband und ein reflektierendes Hundegeschirr und eine Leine mit Reflektoren (für Radfahrer)

Lichtverhältnisse:
dunkel

Situationen/mögliche Gefahren:
Wild, andere Personen, die nicht auf sich aufmerksam machen

Empfohlenes Equipment:
Für Sie: eine Stirnlampe, eine Taschenlampe, eine Warnweste 
Für Ihren Hund: Leuchthalsband und ein reflektierendes Hundegeschirr und eine Leine mit Reflektoren (für Radfahrer)

Ihr Hund kommt mit der Dunkelheit übrigens besser zurecht als Sie.
Dafür sorgt das tapetum lucidum (aus dem Lateinischen „leuchtender Teppich“).
Dies ist eine reflektierende Schicht der Netzhaut. Sie nutzt das Licht bei Dunkelheit optimal aus, dadurch ist es Ihrem Hund möglich, im Dunkeln besser zu sehen.

 

Worauf Sie beim Kauf eines Leuchthalsbands achten sollten

Es gibt sie mittlerweile in allen Farben und vielleicht schmeichelt Ihrem Hund tatsächlich ein rotes Leuchthalsband mehr als ein grünes. Wir richten unseren Blick auf die Qualitätsmerkmale eines gut funktionierenden Leuchthalsbands:

Die Leucht-Intensität
Entscheidend ist die Helligkeit. Ein leichtes Schimmern wird Ihnen und Ihrem Hund in der Dunkelheit nicht viel Aufmerksamkeit verschaffen. Testen Sie die Leuchtkraft vor dem Kauf.

Tragekomfort
Ihr Hund muss sich wohlfühlen. Ziept das Leuchthalsband oder verknotet es sich regelmäßig im Fell Ihres Hundes, sollten Sie ein neues wählen. Auch das Anlegen sollte mühelos gehen. Sonst verweigert er vielleicht irgendwann das Leuchthalsband. Oder die Prozedur wird für Hund und Halter zeitraubend und nervig.

Die Handhabung
Auch für Sie sollte die Handhabung möglichst bequem sein. Es gibt Leuchthalsbänder, die lassen sich zwar gut anlegen und schließen. Den Einschaltknopf zu finden und zu drücken, raubt Ihnen aber den letzten Nerv. Achten Sie also auf eine komfortable Handhabung, die Ihnen das Antüdeln in der Winterzeit nicht unnötig verkompliziert. 

Die Leuchtdauer
Gerade unterwegs – und dem Leuchthalsband gehen alle Lichter aus: Geht Ihnen ein Licht auf bei der Situationsbeschreibung? Ja, richtig, da war doch was. Sie müssen die Batterien oder den Akku regelmäßig aufladen. Je höher die Leuchtdauer, desto weniger müssen Sie sich um das vorherige Laden kümmern. Immerhin kann die Leuchtdauer zwischen 1 und 200 Stunden variieren. Im Mittelwert liegt sie bei ungefähr 70 Stunden. Es gibt klassisch batteriebetriebene Bänder, aber auch Leuchthalsbänder mit USB-Anschluss zum Aufladen am Laptop, PC oder Tablet. 

Der Preis
„Wer billig kauft, kauft doppelt“, heißt es im Volksmund. Und in der Tat geben Hundehalter in der Regel viel Geld aus, bis sie das passende Equipment für ihren Hund gefunden haben. Im Schnitt sollten Sie für ein Leuchthalsband zwischen 16 und 25 Euro einkalkulieren. Die Preisspanne liegt zwischen 4 und über 50 Euro. 

Die Größe
Klar, das Leuchthalsband muss gut sitzen. Wenn es zu groß ist, fluppt es über den Kopf. Wenn es zu klein ist, wird Ihr Hund kein großer Fan von dem neuen Begleiter bei Dunkelheit. Achten Sie also darauf, dass die Größe verstellbar ist, mindestens aber kürzbar. Für Hunde mit längerem Fell eignen sich übrigens breite Leuchthalsbänder. Schmale Halsbänder gehen oft im Fell unter, sodass der Leuchteffekt verpufft.   

Wasserfestigkeit
Finden Sie auf der Verpackung keinen Hinweis, der das Produkt als „wasserfest“ deklariert, suchen Sie lieber noch ein bisschen weiter. Gerade im Herbst und Winter ist die Chance groß, von einem plötzlichen Schauer oder Regenguss überrascht zu werden. Spätestens nach einem genüsslichen Bad im Schnee müssten Sie bei einem nicht wasserfesten Leuchthalsband ein neues besorgen. 

 

Für welche Leuchthalsband-Variante Sie sich auch entscheiden, wichtig ist, dass Sie sich und Ihren Hund sichtbar machen. Das gilt übrigens nicht nur in der Dunkelheit. Bei Tageslicht sind weiße Hunde im Schnee zum Beispiel kaum zu erkennen. Auch hier ist es sinnvoll, sichtbare Kontraste zu schaffen.

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