Joggen mit Hund – so haben Hund und Halter Spaß

Was Sie beim Ausdauertraining mit Ihrem Hund beachten sollten

Gemeinsames Joggen bietet wunderbare Möglichkeiten für Sie und Ihren Hund: Im Team können Sie Ihre Fitness verbessern, die Natur genießen und Ihre gegenseitige Bindung stärken. Ihr Hund wird sich über die zusätzliche Bewegung in seinem Alltag freuen –  und Sie sich über einen motivierten Begleiter, der Abwechslung in Ihren Trainingsplan bringt. Damit der Sport Ihnen und Ihrem Hund gleichermaßen guttut, sollten Sie einige Dinge beachten. In diesem Artikel erhalten Sie die wichtigsten Tipps.

Diese Hunde eignen sich als Trainingspartner

Grundsätzlich ist Joggen nur mit ausgewachsenen Hunden möglich. Zu früher Ausdauersport kann die gesunde Entwicklung Ihres Hundes beeinträchtigen. Seine Knochen, Gelenke und Muskeln leiden unter der hohen Beanspruchung, wenn sie noch nicht komplett ausgebildet sind. Die Wachstumsphase kann bei Hunden – je nach Rasse – zwischen 10 Monaten und 2 Jahren dauern. Warten Sie diese ab und fragen Sie zur Sicherheit Ihren Tierarzt, ob Ihr Hund für das Training bereit ist. 

 

Mit einem Lauftraining sollten Sie erst beginnen, wenn die Wachstumsphase Ihres Hundes abgeschlossen ist. 

 

Ähnlich wie bei Menschen gibt es auch unter den Hunden Zeitgenossen, die lieber joggen als andere. Es gibt einige Hunderassen, die zum ausdauernden Laufen vorgesehen und gezüchtet sind – Huskies, Labradore, Golden Retriever, Dalmatiner oder Border Collies zum Beispiel. Diese Rassen haben am Joggen besonders viel Spaß. Auf der anderen Seite gibt es Hunderassen, denen das ausdauernde Laufen weniger guttut: Kurzbeinige und besonders schwere Hunde, Hunde mit sehr flachen Nasen oder langen Rücken sollten nur eingeschränkt joggen. Dies betrifft zum Beispiel Möpse, Bulldoggen, Boxer oder Dackel. Auch kranke oder alte Hunde bringen für ein Ausdauertraining nicht mehr die nötige Fitness mit.

Vor dem Lauftraining empfiehlt sich ein Gesundheitscheck beim Tierarzt

Fragen Sie vor dem Training einen Tierarzt, ob Ihr Hund gesund ist und durch das Joggen keine Einschränkungen zu erwarten hat. So steht Ihrem gemeinsamen Sporterfolg nichts mehr im Wege.

Joggen mit Ihrem Hund – so fangen Sie an

  • Zunächst sollten Sie mit Ihrem Hund einen Grundgehorsam trainieren: Voraussetzung für das Joggen mit Hund ist, dass er die wichtigsten Kommandos gelernt hat und ablenkungsfrei auf Sie hört. Er sollte auch das Bei-Fuß-Gehen bereits gut beherrschen. Ihr Hund zieht noch an der Leine? Dann üben Sie zuerst entspanntes Spazierengehen. Wenn Ihr Hund gut auf Sie hört und Sie sich gegenseitig vertrauen, können Sie ihn zum Laufen mitnehmen. 

  • Am besten können Sie das Joggen mit kleinen Laufeinheiten beim Gassigehen üben: Trainieren Sie zunächst ohne sportlichen Ehrgeiz und laufen Sie nur kurze Strecken während des normalen Spaziergangs. Geben Sie dazu im aufmunternden Tonfall das vereinbarte Kommando und laufen Sie für ein paar Meter los. Motivieren Sie dabei großzügig mit Lob. In unserem Artikel erfahren Sie, wie Sie Ihren Hund mit und ohne Leckerli belohnen können. Mit der Zeit wird er lernen, kleinere Strecken neben Ihnen her zu traben, und Sie können Ihr Training mit wenigen Laufkilometern beginnen. 

  • Genau wie für Sie ist das Joggen auch für Ihren Hund anstrengend. Er muss langsam Kondition aufbauen – daher sollten Sie Tempo und Distanz allmählich und in kleinen Schritten steigern. 

Auch Hunde können Muskelkater bekommen. Diesen erkennen Sie an steifen Bewegungen am Tag nach dem Joggen. Geben Sie Ihrem Hund daher ausreichend Zeit, um sich von den Trainingseinheiten zu erholen. 

Das richtige Equipment zum Joggen mit Hund 

Grundsätzlich ist der gemeinsame Sport mit oder ohne Hundeleine möglich. Wenn Sie und Ihr Hund eine vertrauensvolle Beziehung haben und seine Aufmerksamkeit beim Joggen ganz auf Sie gerichtet ist, kann er auch ohne Leine mitlaufen. Bedenken Sie jedoch: Sogar ein gut erzogener und zuverlässiger Hund kann unvorhergesehen reagieren. Empfehlenswert ist daher zunächst das Joggen mit Leine. Besonders an die Leinenpflicht während der Brut- und Setzzeit sollten Sie sich konsequent halten. 

 

Beim schnellen Laufen kann der Jagdtrieb Ihres Hundes ausbrechen und ihn eventuell taub für Rückrufe machen. Daher ist es empfehlenswert, Ihren Hund beim Joggen anfangs an die Leine zu nehmen. 

 

Da Ihr Vierbeiner während des Laufens plötzlich stehen bleiben könnte, ist ein Halsband ungeeignet. Die passende Ausrüstung ist stattdessen ein Hundegeschirr mit Polsterung. Ein Geschirr schont das Genick Ihres Hundes und würgt ihn bei Richtungswechseln nicht. In unserem Artikel erfahren Sie alles, was Sie über Hundehalsbänder und Hundegeschirr wissen sollten. Wenn Sie öfter mit Ihrem Hund laufen möchten, lohnt sich die Anschaffung einer Joggingleine mit Bauchgurt. Damit können Sie Ihren Oberkörper während des Trainings ungehindert bewegen und haben während des Laufens beide Hände frei.  

Die passende Strecke, das perfekte Tempo und die richtige Temperatur

 

Beim Joggen mit Ihrem Hund sollten Sie auf einige Grundvoraussetzungen achten: 

Wählen Sie am besten Laufstrecken mit weichem Boden – diese schonen die Gelenke Ihres Hundes ebenso wie Ihre eigenen. Besonders angenehm und gesund läuft es sich auf Wald- oder Wiesenboden. Joggen auf Asphalt ist hingegen kein Vergnügen für Ihren Hund. Wenn sich das Überqueren von Kies oder Asphalt auf Ihrer Strecke nicht vermeiden lässt, sollten Sie nach dem Laufen unbedingt die Hundepfoten kontrollieren – und diese auch regelmäßig pflegen. Mit Pfotenbalsam vermeiden Sie Verletzungen bei Ihrem Hund. In unserem Artikel finden Sie zusätzlich 6 Tipps für die richtige Pfotenpflege.

Beim Lauftempo geben natürlich Sie den Ton an. Trotzdem sollten Sie bei der Geschwindigkeit Rücksicht auf Ihren Hund nehmen. Üblicherweise hat er einen bevorzugten Laufrhythmus. Mit Sicherheit finden Sie eine angenehme Trabgeschwindigkeit als Kompromiss zwischen Ihrem Tempo und dem Ihres Hundes. 

Wann Sie zum gemeinsamen Joggen aufbrechen, sollten Sie von der Außentemperatur abhängig machen. Ihr Hund besitzt weniger Schweißdrüsen als Sie und kommt mit hohen Temperaturen nur schwer zurecht. Im Sommer sollten Sie daher die kühlen Morgen- oder Abendstunden zum Laufen bevorzugen. Achten Sie bei niedrigeren Temperaturen im Winter darauf, dass Ihr Hund stets in Bewegung bleibt – so vermeiden Sie, dass er auskühlt. Als unbedenklich für das Joggen mit Hund gelten wenige Minusgrade und angenehme Temperaturen bis zu 15°C. 

Denken Sie beim Joggen an Trinkpausen für sich und Ihren Hund. Nehmen Sie dazu am besten ausreichend Wasser mit oder planen Sie Ihre Route entlang eines Gewässers, damit Ihr Hund sich erfrischen kann.

 

Warnsignale beim Joggen mit Hund: Wann Sie eine Pause einlegen sollten 

Wenn Ihr Hund eine Verschnaufpause braucht, zeigt er Ihnen dies durch sein Verhalten. Achten Sie während des gemeinsamen Joggens auf folgende Warnsignale: Wenn Ihr Hund stark hechelt, seine Lefzen extrem zurückzieht, eine tiefrote Zunge oder eine blasse Mundschleimhaut hat, braucht er dringend eine Pause. Auch wenn er beim Laufen ohne erkennbare Ablenkungen stark zurückfällt, sollten Sie das Tempo reduzieren oder eine Pause einlegen.

Joggen Sie mit Ihrem Hund auf keinen Fall direkt nach dem Füttern

Mit vollem Magen läuft es sich nicht gut – das gilt nicht nur für Sie, sondern ganz besonders für Ihren Hund. Läuft er mit vollem Magen, besteht die Gefahr einer potentiell tödlichen Magendrehung. Planen Sie daher zwischen dem Essen und dem gemeinsamen Lauftraining etwa zwei Stunden Pause ein.

Stellen Sie die Bedürfnisse Ihres Hundes über Ihre sportlichen Ziele 

Das Joggen sollte Hund und Halter gleichermaßen Spaß machen. Nehmen Sie daher beim gemeinsamen Training Ihren Hund in den Fokus und achten Sie auf seine Bedürfnisse. Um Ihre eigenen sportlichen Ziele zu erreichen, sollten Sie lieber zusätzliche Laufeinheiten ohne Ihren tierischen Begleiter einplanen. Beim Joggen mit Hund hingegen sollten sein Wesen und die Stärkung Ihrer Beziehung im Vordergrund stehen. Dazu gehört auch, dass Sie Ihrem Hund vor dem Laufen Zeit geben, um sein Geschäft zu verrichten. Ansonsten wird er sich beim Joggen mit Ihnen nicht entspannen können. Kleine Verschnaufpausen, in denen Ihr Hund die Umgebung erkunden darf, Spiele und einige Streicheleinheiten zum Schluss wirken sich positiv auf seine Motivation aus. Danach wird er sich wieder besonders auf das nächste Training mit Ihnen freuen. 

 

Wichtig ist, dass Sie das normale Gassigehen mit Ihrem Hund nicht durch Joggen ersetzen. Neben dem Ausdauertraining benötigt Ihr Hund weiterhin tägliche Spaziergänge, bei denen er in Ruhe schnüffeln und mit Ihnen spielen kann.

 

Fazit: Das Joggen mit Ihrem Hund kann zu einem echten Highlight in Ihrem gemeinsamen Alltag werden – wenn Sie die richtigen Voraussetzungen dafür schaffen. Bilden Sie ein Team mit Ihrem tierischen Trainingspartner, nehmen Sie Rücksicht auf ihn und genießen Sie den Spaß beim Laufen. So werden Sie sich garantiert lange über einen motivierten Begleiter freuen.

 

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