Der Hund bettelt – so gewöhnen Sie es ihm ab

Warum Ihr Hund bettelt und wie Sie reagieren können

Sie sitzen am Essenstisch und essen zu Mittag. Ihr Hund schaut Sie mit großen Augen an und winselt, um etwas von Ihrem Essen zu bekommen. Wie reagieren Sie? Viele Hundebesitzer können dem Hundeblick nicht standhalten und geben ihm etwas ab – doch das fördert leider sein Bettelverhalten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihrem Hund das Betteln abgewöhnen.

Deswegen bettelt Ihr Hund

Wenn Ihr Hund dazu neigt, um Futter zu betteln, kann dies mehrere Gründe haben. Die Psyche Ihres Hundes funktioniert nach dem Belohnungsprinzip: Sie haben bestimmt schon einmal beim Kochen unüberlegt auf Ihren bettelnden Hund reagiert, indem Sie ihm etwas zu essen gegeben haben. Damit vermitteln Sie Ihrem Hund, dass sein Betteln mit Futter belohnt wird. Geschieht dies mehrmals, verankert sich sein Bettelverhalten in seinem Gedächtnis, sodass er ein „Nein” in dem Zusammenhang nicht nachvollziehen kann. 

Im Alltag gibt es auch andere Momente, in denen Ihre Konsequenz auf die Probe gestellt wird: Falls Sie direkt nach dem Gassigehen die Routine pflegen, Ihren Hund zu füttern, ist seine Vorfreude auf sein leckeres Essen groß. Wenn er bereits an der Haustür beginnt zu winseln und Sie daraufhin schnell das Futternäpfchen auffüllen, fördern Sie erneut das Betteln Ihres Hundes – er denkt, sein Betteln verschafft ihm eine große Portion Futter. Um Ihrem Hund dieses Verhalten abzugewöhnen, ist eine konsequente Hundeerziehung vonnöten.

Die richtige Futtermenge

Genau wie wir Menschen essen auch Hunde gerne. Das richtige Futter versorgt sie schließlich mit wichtigen Vitaminen und gibt ihnen Kraft für den Tag. Achten Sie darauf, dass die Futtermenge, die Sie Ihrem Hund geben, an sein Gewicht, seine Aktivität und seine Gesundheit angepasst ist. Sonst kann es sein, dass der Hund versucht, mithilfe Ihres Mittagessens sein Energiedefizit auszugleichen und zu betteln beginnt, wenn Sie ihm zu wenig füttern oder ihm das falsche Futter geben. Achten Sie also auf die richtige Menge und die richtigen Nährstoffe im Hundefutter, indem Sie beim Futterkauf die Deklaration richtig lesen und verstehen.

So gewöhnen Sie Ihrem Hund das Betteln ab

Um Ihrem Hund das Betteln abzugewöhnen, benötigen Sie lediglich etwas Zeit und Geduld. Wenn Sie die folgenden Tricks anwenden, lernt Ihr Hund nach und nach, dass sein Betteln keinen Erfolg hat. Stattdessen erkennt er, dass sein geduldiges Verhalten mit einem Leckerli belohnt wird – das ist das Belohnungsprinzip.

Sie sitzen am Tisch und essen etwas. Ihr Hund bettelt Sie von der Seite an. Folgendes ist zu tun: 

  1. Stehen Sie auf und begleiten Sie Ihren Hund in sein Körbchen. Warten Sie, bis sich Ihr Hund platziert hat. 
  2. Gehen Sie zurück an den Esstisch. 
  3. Wenn Ihr Hund für 10 Sekunden an seinem Platz bleibt, gehen Sie zu ihm und belohnen ihn mit einem Leckerli. Wenn Sie länger als einige Sekunden warten, erkennt Ihr Hund den Zusammenhang zwischen der Aktion und Reaktion nicht. 
  4. Erfolgt dies mehrmals problemlos, verlängern Sie die Zeitspanne, in der Ihr Hund in seinem Körbchen wartet. 
  5. Generell gilt: Wenn Ihr Hund bettelt, sollten Sie nicht auf ihn eingehen, sondern ihn an sein Plätzchen führen. 
  6. Wichtig ist, dass Sie konsequent bleiben. Wenn Sie hin und wieder Ausnahmen machen, verwirren Sie Ihren Hund.
  7. Weisen Sie ebenso Ihren Besuch darauf hin, dass der Hund nicht am Esstisch gefüttert werden darf, wenn er bettelt.  

Dieses Video veranschaulicht die aufgelisteten Tipps:

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Betteln nach dem Gassigehen abgewöhnen

Dasselbe Prinzip können Sie auch zur Fütterungszeit anwenden. Wenn Sie normalerweise jeden Tag um dieselbe Uhrzeit das Futter auffüllen, hilft es, diese Zeiten etwas zu variieren. Ihr Hund winselt nach dem Gassigehen und möchte etwas fressen? Beruhigen Sie erst einmal Ihren Hund, indem Sie ihn in sein Körbchen bringen. Der Hund muss lernen, dass ihn sein hektisches Verhalten nicht an sein Ziel bringt. Nun können Sie den Hund mehrere Minuten warten lassen, bis Sie das Futter auffüllen. Steht Ihr Hund bereits auf, wenn es in der Futterschale raschelt, reagieren Sie mit einem „Nein”. Erneut führen Sie ihn in sein Körbchen, wo er warten soll. Ihr Hund hat geduldig gewartet? Geben Sie ihm ein Kommando, sodass er weiß, dass er jetzt fressen darf. 


Seien Sie nicht frustriert, wenn Ihr Hund nicht direkt beim ersten Mal geduldig wartet – er wird mit der Zeit lernen, welches Verhalten erwünscht ist. 

 

Eine konsequente Hundeerziehung verhindert das Betteln

Neben Hunden, die um Futter betteln, gibt es auch solche, die um Aufmerksamkeit betteln. Das kann beispielsweise vorkommen, wenn der Hund gestreichelt werden will, wenn er sich auf das Sofa legen möchte oder den Wunsch hat, sich morgens neben Ihnen ins Bett zu legen. Wichtig ist, dass Sie für sich entscheiden, was Ihr Hund darf und was nicht. Verwirrende oder abwechselnde Signale sind erfolglos und haben eine mehr negative als positive Wirkung. Sie müssen konsequent bleiben, um dem Hund ein Verhalten an- oder abzugewöhnen. Zeigen Sie Ihrem Hund, dass er Aufmerksamkeit verlangen darf, jedoch nicht indem er bettelt. Folgende Erziehungsmaßnahmen gelingen ohne Leckerli

  1. Ignorieren Sie konsequent das Betteln. Der Hund soll merken, dass sein Verhalten nichts bringt. 
  2. Schimpfen Sie nicht mit Ihrem Hund. Für ihn ist das gewonnene Aufmerksamkeit. 
  3. Beruhigen Sie Ihren Hund, indem Sie ihn in sein Körbchen bringen. 
  4. Erst wenn der Hund sich beruhigt hat und aufgehört hat zu betteln, gehen Sie auf den Hund zu und schenken ihm die Aufmerksamkeit – das ist seine Belohnung. 

Fazit: Ihrem Hund das Betteln abzugewöhnen gelingt nicht von heute auf morgen. Seien Sie geduldig und nicht frustriert, falls der Hund nicht schnell lernt. Beim nächsten Mal klappt es dann bestimmt. Viel Erfolg!

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