Ihr Hund dreht sich immer im Kreis – aber warum?

Ursache und potenzielle Therapieansätze im Überblick 

Die meisten Hundeeltern haben schon einmal beobachtet, dass sich ihr Hund vor einem großen Geschäft oder bevor er sich schlafen legt im Kreis dreht. Dieses Verhalten ist völlig normal und evolutionsbedingt geprägt. Manchmal kann es aber auch ein Anzeichen für unterschiedliche Verhaltensstörungen und Probleme sein, wenn ein Hund sich im Kreis dreht.

Das Wichtigste zuerst: Wenn sich ein Hund im Kreis dreht, ist das in den meisten Fällen völlig normal. Nur selten weist dieses Verhalten auf neurologische Störungen oder sonstige Auffälligkeiten hin. Aber warum dreht sich ein Hund überhaupt im Kreis und wann wird das Verhalten bedenklich? Hier erfahren Sie, worauf Sie achten müssen und was Sie tun können, wenn das Verhalten Ihres Hundes bedenklich wird.

Wenn Hunde sich im Kreis drehen – ein Verhalten mit vielen Funktionen

Wenn sich ein Hund im Kreis dreht, hat das zumeist ganz unterschiedliche, aber unbedenkliche Gründe. Die gängigsten Ursachen sind:

  • Schutzmaßnahmen: Hunde drehen sich im Kreis, bevor sie ein Geschäft verrichten oder sich schlafen legen. Sie suchen dabei die Umgebung nach potenzieller Bedrohung ab und vergewissern sich, dass sie in diesen angreifbaren Momenten in Sicherheit sind. 

  • Schneller Toilettengang: Das Sich-im-Kreis-Drehen kurbelt zum anderen auch den Stoffwechsel an, wodurch die Tiere sich leichter und schneller entleeren können. 

  • Reviermarkierung: Hunde drehen sich zusätzlich im Kreis, um die Duftmarken aus den Drüsen an ihren Pfoten verteilen zu können.

  • Gemütlichkeit: Gleichzeitig treten sie den Untergrund weich und ebnen ihn, damit sie es zum Schlafen bequemer haben.

  • Orientierungshilfe: Hündinnen drehen sich frisch nach ihrem Wurf im Kreis, um Duftmarken zu verteilen. Die blinden und tauben Welpen können sich so an dem Duft orientieren und ihre Mutter erkennen. 

Anzeichen, dass das „Sich-im-Kreis-Drehen“ bei Ihrem Hund auf eine Verhaltensstörung hindeutet

Eine Verhaltensstörung beim Hund geht in der Regel mit verschiedenen weiteren Symptomen einher. Die häufigsten sind …

  • Unruhe und Stress: Hier hilft es, wenn Sie Ihrem Hund einen Ruhebereich einrichten. Besonders nach Umzügen, wenn ein Baby geboren wurde und Ihr Hund eifersüchtig oder jemand aus ihrem direkten Umfeld gestorben ist. Richten Sie Ihrem Hund einen sicheren Rückzugsort ein, an dem er sich wohlfühlen und zur Ruhe kommen kann. Des Weiteren können Sie Ihren Hund mit Liebe und Aufmerksamkeit unterstützen. Beruhigende Streicheleinheiten wirken oft wahre Wunder.
  • Körperliche oder geistige Unterforderung: Damit Ihr Hund keine Verhaltensstörung infolge von Unterforderung aufweist, hilft es, ihn täglich richtig auszulasten und unterschiedlich zu fordern. Mit verschiedenen Denkspielen, Wanderungen oder Agility-Training wird Ihr Hund täglich neu beansprucht und kann sich voll und ganz austoben. Je nach Rasse und Wetterlage bieten sich auch große Radtouren, Schwimmrunden oder Schlittenrennen an.
  • Schmerzen: Wenn Hunde Schmerzen haben, zeigen sie das durch ihr Verhalten. Kann sich ein Hund nicht richtig hinlegen und dreht sich auf der Suche nach einer bequemen Schlafposition andauernd im Kreis, deutet das auf Gelenk- oder Knorpelschäden hin. In diesem Fall ist ein Besuch beim Tierarzt das Beste. Gerade bei Gelenkschmerzen oder Arthrose können Sie Ihren Hund zusätzlich mit Spezialfutter unterstützen. 

Wichtig ist es dann, dass Sie Ihren Hund erst einmal in Ruhe beobachten. 

 

Nur weil er sich einmal im Kreis dreht, heißt es nicht, dass sein Verhalten auffällig ist. Zeigt er dieses Verhalten regelmäßig oder in kurzen Abständen immer häufiger, sollten Sie über mögliche Ursachen und Therapieansätze nachdenken. Seltener deutet dieses Verhalten auf neurologische Probleme hin. Treten Begleiterscheinungen, wie beispielsweise Verwirrtheit auf, sollten Sie ebenfalls einen Tierarzt aufsuchen.

Vorbeugemaßnahmen – bevor das Sich-im-Kreis-Drehen zu einer Verhaltensstörung werden kann

Wenn Sie feststellen, dass Ihr Hund anfängt, sich häufiger im Kreis zu drehen, ignorieren Sie es fürs Erste. Wenn er merkt, dass Sie darauf reagieren – indem Sie lachen oder ihm Aufmerksamkeit schenken – wird er das Verhalten wiederholen, um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Sollte Ignorieren nicht helfen, hilft auch Spielzeug. Lenken Sie Ihren Hund ab und spielen Sie mit ihm. Dann verliert er selbst schnell das Interesse daran, sich im Kreis drehen zu wollen. Ansonsten können Sie seine Rute mit Bitterspray einsprühen. Das verdirbt ihm die Lust, nach seiner Rute zu schnappen. Sollten alle Tipps und Tricks nicht helfen, ist es ratsam, einen Hundetrainer aufzusuchen. Treten jedoch Anzeichen einer Verhaltensstörung (Schmerzen, Unruhe, Verwirrtheit etc.) auf, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen. 

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